Vertrauen ist billiger als Kontrolle

Foto von istockphoto.com

Foto von istockphoto.com

von Axel Speitmann

Toll, wenn man weiß, dass man sich auf einen anderen Menschen blind verlassen kann. Das macht einem so manches leicht, wenn man jemanden hat, dem man zu 100 Prozent vertraut. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Person ein Geheimnis für sich behalten soll oder einen Auftrag für mich erledigen soll.

Ich denke, dass dies natürlich immer an den Fähigkeiten der einzelnen Person festgemacht werden muss. Ich kann nicht einer bestimmten Person jede beliebige Sache oder Aufgabe anvertrauen. Aber es gibt Menschen in meinem Leben, da weiß ich bestimmte Informationen oder Aufgaben in guten Händen. Da mach ich einen Haken dahinter, sobald ich es an diesen Menschen weitergegeben habe.


Vertrauen befreit

Das tut gut. Das entlastet. Das macht frei. Da brauche ich nicht nachprüfen oder kontrollieren. Da muss ich nicht nochmal erinnern. Da kann ich mich darauf verlassen, dass das was zwischen uns vereinbart wurde, gilt. Unumstößlich. Ohne wenn und aber.

Solche Menschen im Beruf zu haben, macht das Arbeiten wesentlich entspannter. Vor allem in Führungspositionen ist es eine große Entlastung Mitarbeiter zu haben, denen man voll und ganz traut. Ob das eine Sekretärin oder ein Kollege auf der gleichen Hierarchie-Ebene ist spielt dabei zunächst keine Rolle.

Kontrolle kostet Geld

Vertrauen entbindet uns nicht von der Verantwortung, aber zu großen Teilen von unnötigen Kontrollaufgaben. Wir wissen und trauen dem anderen zu, dass er die ihm anvertraute Sache angemessen behandelt. Das spart uns viel Arbeit. Das spart uns Zeit und Geld.

Deswegen ist Vertrauen auch auf lange Sicht die kostengünstigere Strategie. Wer mit Menschen zusammenarbeitet, denen er vertraut, der kann effektiver und schneller arbeiten, weil die Arbeit im Fluss bleibt. Kontrolle ist dann quasi nur noch die Vorlage des Ergebnisses. Und da muss nicht lange diskutiert werden, das passt. In solchen Strukturen macht Arbeiten Spaß.

Jeder schaut nur auf sich

Leider sind unsere Arbeitsstrukturen heute vielfach von Kontrollinstanzen durchsetzt, die auf allen Ebenen dafür sorgen, dass der Arbeitsfluss gestört wird und jeder nur sein eigenes Süppchen kocht. Es wird weniger zugearbeitet, sondern stattdessen mehr abgegrenzt. Ziel ist nicht das Gesamtergebnis, sondern das der Einzelne oder die Abteilung gut dasteht.

Damit dieses System funktioniert, muss man an allen möglichen Punkten Kontrollen einrichten, damit Fehler und Verursacher schnell ermittelt werden. Wie viel einfacher ist es da, wo ich eine Information, ein Produkt oder eine Aufgabe von jemandem übernehmen kann und sowohl ich als auch der andere darauf vertrauen kann, dass alles seinen richtigen Weg geht.

Kein Aufruf zu blindem Vertrauen

Das ist kein Aufruf zum blinden Vertrauen. Dazu ein schönes Zitat von Christian Friedrich Hebbel:

Wer damit anfängt, dass er allen traut, wird damit enden, dass er einen jeden für einen Schurken hält.

Vertrauen ist eine Sache die wachsen muss. Man muss sich die Menschen, denen man zu 100 Prozent vertraut, schon sehr genau aussuchen. Aber man sollte eine Handvoll davon haben. Das macht das Leben sehr viel angenehmer. Beruflich und privat.




Hat Dir der Artikel gefallen? Abonniere den RSS-Feed hier:

Hier kannst Du den Artikel weiterempfehlen: Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • MisterWong
  • Y!GG
  • Webnews
  • Digg
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Infopirat
  • Oneview

Post to Twitter

Keine ähnlichen Beiträge zu diesem Thema.




24 Jul 2009 | in erfolgreicher leben » | Kein Kommentar

Kommentiere diesen Beitrag!