Urlaub mit Kindern

Foto von istockphoto.com

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von Axel Speitmann

Über effektives und angenehmes Reisen.

In meiner kleinen Serie zum Thema Urlaub geht es heute um „Urlaub mit Kindern“. Mit Kindern einen gemeinsamen Urlaub zu verbringen birgt die Gefahr in sich, dass der Urlaub entweder nicht so erholsam wird wie erhofft, oder dass er entweder für die Kinder oder für die Erwachsenen zur Enttäuschung werden kann. Doch das muss nicht sein.

Nach den allgemeinen Tipps zur Urlaubsplanung und Vorbereitung, gebe ich heute Tipps, wie man verhindern kann, dass der Urlaub mit Kindern in Stress ausartet. Wer gleich bei der Planung die Wünsche und Bedürfnisse der ganzen Familie mit einbezieht, kann auch verhindern, dass Langeweile die ganze Urlaubsstimmung kaputt macht. Tipps zum Urlaub mit Jugendlichen gibt es in einem extra Beitrag, da dieser hier ansonsten viel zu lang würde.

Gleich zu Anfang einmal einen Link, den ich bei meinen Recherchen gefunden habe. Hier finden Interessierte nicht nur eine Menge guter Informationen zum Thema Urlaub mit Kindern, sondern auch gute Checklisten, für den gemeinsamen Urlaub mit der Familie. Außerdem Reisetipps für Schwangere, Tipps zu Reisezielen und ein Forum, wo man Antworten auf viele Fragen und weitere nützliche Hinweise findet.

Urlaub mit Kleinkindern

Grundsätzlich muss man unterscheiden Urlaub mit kleinen Kindern Urlaub mit Jugendlichen. Schwierig kann es werden, wenn der Altersunterschied der Kinder zu groß ist und diese nicht gewohnt sind etwas miteinander zu unternehmen. Kleine Kinder sind weniger belastbar, weniger mobil, weniger selbständig. Sie brauchen mehr Betreuung und mehr Nähe zu den Eltern. Und sie brauchen fast durchgehend eine Aufsicht.

Das muss nicht zwangsweise ein Elternteil sein. Doch sicherlich kommt den Eltern dabei ein Großteil der „Arbeit“ zu. Da die Kinder sich in einer ungewohnten Umgebung  befinden, steigt meist auch die Anhänglichkeit bei den Kleinen. Sie wollen am liebsten permanent am Rockzipfel der Mama oder auf dem Arm des Papas den gesamten Urlaub verbringen. Und das kann manchmal nervig sein. Und es kann verhindern, dass die Eltern einen erholsamen Urlaub haben.

Deshalb sollten sich Eltern mit kleinen Kindern schon bei der Planung des Urlaubs überlegen, was der Zweck dieses Urlaubs sein soll. Manchmal ist es sinnvoller, die Eltern machen ein paar Tage Erholungsurlaub ohne die Kinder, um die Akkus wieder aufzuladen. Wenn man jedoch ganz bewusst die gemeinsame Zeit mit den Kindern genießen will, sollte man vorher ausloten, wie stressresistent man ist und wie viel Erholung und Ruhe jeder der Erwachsenen braucht oder erwartet.

Erholungs- oder Familienurlaub

Wenn die Eltern dies vorher untereinander klären, kann man von vornherein den Urlaub so planen, dass der Erholungseffekt nicht zu kurz kommt. Dabei sollte man versuchen, auch das Verhalten der Kinder zu antizipieren.

Ist zu erwarten, dass sie nur am Rockzipfel hängen, oder werden sie z.B. das Angebot einer Kinderbetreuung des Hotels annehmen? Kann sich mein Kind gut alleine beschäftigen, wenn es Material oder Anleitung bekommt? Akzeptiert mein Kind andere Personen (ältere Geschwister, Animateure, Kinderbetreuer) als Aufsichtsperson? Welche Erwartungen hat mein Kind in Bezug auf den Urlaub?

Außerdem muss man bedenken, dass kleinere Kinder mehr Ruhephasen brauchen und keine längeren Fußmärsche machen können. Was Erwachsene vielfach nicht wirklich in Betracht ziehen ist, dass viele Dinge, die für uns sehr interessant sind, Kinder eher langweilen. Besichtigungen von Museen, Einkaufsbummel, Wandertouren aber auch ein Nachmittag am Strand können für Kinder langweilig werden, wenn man sie nicht kindgerecht gestaltet.

Interessen der Erwachsenen kindgerecht verpacken
Kinder brauchen Abwechslung. Sie brauchen etwas, was sie anspricht, was sie fordert und beschäftigt. Sie wollen etwas erleben. Darum sollten solche Aktionen niemals reine Erwachsenentouren sein. Nach dem Motto: „Wir haben die ganze Zeit zurückgesteckt und gemacht, was ihr wollt. Jetzt sind wir mal dran.“


Stattdessen muss man versuchen das Interesse der Kinder an bestimmten Dingen zu wecken und die Welt (die, die Erwachsenen interessiert) spielerisch zu entdecken. So kann man zum Beispiel bei einer Wandertour besondere Pflanzen suchen oder Steine. Oder man lässt die Kinder den Wanderführer oder die Karten lesen und lässt sie die Wanderroute erkunden. Wenn sie bestimmen können, wo es lang geht, sind sie leichter zu motivieren mitzumachen.

Am Strand findet sich meist genug Abwechslung. Was da fehlt ist oft eher eine gute Idee oder ein Spielkamerad. Spielen und Erholung lässt sich allerdings auch für Erwachsene gut unter einen Hut bringen. Spiel mit deinen Kindern. Nutze die Chance selber wieder mal ein bisschen Kind zu sein. Und auch ein Stadtbummel oder eine Einkaufstour müssen nicht langweilig sein, wenn man die Kinder mit einbezieht, indem man mal Verstecken spielt oder sich ein Spiel oder Quiz zur Unterhaltung einfallen lässt. Deine Kinder erwarten keinen perfekten Animateur. Sie erwarten nur, dass du dich mit ihnen beschäftigst.

Grundsätzlich wichtig: Wenn man länger als eine Stunde unterwegs ist, auf jeden Fall etwas zu trinken mitnehmen. Möglichst ungesüßt, denn sonst macht es nur noch mehr Durst. Kinder dehydrieren schnell und sie werden schnell motzig, wenn sie erschöpft und durstig sind. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit für den Sommerurlaub: Die Kinder schon morgens mit Sonnenschutz eincremen. Tagsüber den Schutz 1-2 Mal erneuern.

Ebenfalls wichtig: Ein Spielzeug, Malstifte oder ein Buch, mit dem sich das Kind eine Zeitlang beschäftigen kann, wenn es wirklich einmal langweilig wird.

Wer seinen Kindern ein bisschen Abenteuer-Urlaub gönnen möchte, der macht eine Entdeckungsreise durch den naheliegenden Wald, oder eine Verbrecherjagd durch die Stadt mit Ihnen. Oder wie wäre es mit einer Schatzsuche am Strand oder bei schlechtem Wetter im Hotelzimmer mit Decken und Kissen und Koffern eine Höhle bauen, in der sich die Kinder verstecken können.

Doch nicht nur die Erwachsenen sollten Spielkameraden der Kleinen sein. Ermutige dein Kind auf andere Kinder zuzugehen. Ein Spielkamerad im gleichen Alter ist tausendmal besser als ein Erwachsener. Wenn Dein Kind sich nicht alleine traut andere Kinder anzusprechen, tu Du es. Schlag ihnen vor ein Spiel zu spielen, bei dem sie sich kennen lernen und bei dem dein Kind dich noch immer als Rückhalt in der Nähe hat. Ganz simpel aber genial eignen sich fast alle Ballspiele dazu.

Kinder sind kein Urlaubsballast

Lass deine Kinder nicht zu einem lästigen Anhängsel werden, dass man im Urlaub überall mit hinschleppen muss. Denn dann hättest du sie besser Zuhause gelassen in der Obhut von Opa und Oma oder von Freunden. Wenn ihr einen gemeinsamen Urlaub macht, sollten auch eure Interessen gleichermaßen berücksichtigt werden. Das bedeutet nicht, dass sich die Erwachsenen zu Gunsten der Kinder immer einschränken sollen.

Es gilt ein Gleichgewicht zu finden, zwischen Ruhe und Erlebnis, zwischen Kinderspielen und den Ansprüchen der Eltern. Deine Kinder dürfen sich ruhig auch mal langweilen, weil Du mal nicht mit ihnen spielst. Langeweile ist ein Teil des Lebens. Das müssen sie auch lernen. Genauso, wie sich selber eine Beschäftigung oder andere Spielkameraden zu suchen.

Gleiches gilt für die Erwachsenen. Auch für sie können manche Dinge eher langweilig sein, die für die Kinder toll sind. Schenke ihnen dann einfach ein bisschen Zeit. Schau in ihre glänzenden Augen, wenn sie für Dich den zwanzigsten Sandkuchen backen. Und freu Dich daran, wie gut es Euch geht.



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24 Jun 2009 | in stressfreier leben » | Kein Kommentar

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