Passive consumer of a dream

Foto von istockphoto.com

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von Axel Speitmann

In einem Beitrag eines englischsprachigen Blogs bin ich irgendwann in den letzten Wochen auf die Phrase „passive consumer of a dream“ gestoßen. Dieser Ausdruck hat mich fasziniert. Weil er genau das ausdrückt, was die Masse der Menschen darstellen: Sie sind passive Konsumenten eines Traumes. Sie träumen nicht selbst. Sie lassen träumen. Sie erleben in der Scheinwelt von Kinofilmen oder Büchern, wie fiktive Personen ihre Lebensträume verwirklichen. Oder sie verfolgen am Fernsehen oder in Boulevardblättern und Magazinen mit, wie andere reale Menschen, deren Lebenstraum leben.

Sie erleben es mit. Passiv. Ohne Chance auf aktive Teilhabe. Ohne die Möglichkeit einzugreifen, etwas zu bewegen. Sie sind nur Zuschauer. Allenfalls Statisten.

Ich glaube, vielen Menschen genügt das. Die Vertrautheit der gewohnten Umgebung. Die täglichen Routinen. Die Berieselung durch den Fernseher. Und das konsumieren von Konserven-Träumen. Haltbar gemacht, in Häppchen portioniert, leicht verdaulich, kostenlos, unverbindlich und vorhersehbar.

Passiv konsumieren kostet keine Kraft

Man braucht keine Schweißtropfen zu vergeuden. Man hat kein Risiko. Man sitzt gemütlich auf dem Sofa oder im Wartezimmer des Arztes, kann in eine andere Welt abtauchen und den Traum jederzeit wieder verlassen, wenn die Pflichten des Alltags oder die Sprechstundenhilfe rufen.

Aber genügt das wirklich? Wir haben doch alle irgendwelche Sehnsüchte und Träume, die wir bis jetzt nicht verwirklichen konnten. Als Kind haben wir vielleicht davon geträumt Pilot zu werden, oder zu fremden Sternen zu fliegen. Später vielleicht von einem besonderen Auto oder davon ein Pferd zu besitzen. Heute träumst Du vielleicht von einem Haus am Strand, oder einem neuen Job oder davon Filme zu machen oder ein Buch zu schreiben.

Was geschieht mit all unseren Träumen?

Und doch werden so viele Träume niemals gelebt, sondern irgendwann begraben. Manche mit Wehmut, andere, weil man Platz schaffen muss für neue Träume, die uns beschäftigen. Wie kommt es, dass so viele Menschen nicht ihre Lebensträume verwirklichen? Vermutlich liegt es sehr häufig daran, dass die Dinge, die wir träumen, so weit entfernt von unseren tatsächlichen Leben sind, dass wir nicht in der Lage sind uns vorzustellen, dass sie wahr werden könnten. Die Wahrscheinlichkeit mit der unser Traum eintreffen könnte, wird von uns so niedrig bewertet, dass wir uns quasi selber den Mut nehmen den ersten Schritt zu tun.

Was unter Umständen ein noch viel größeres Hindernis ist, ist die Tatsache, dass es den Lebenstraum in den seltensten Fällen für lau gibt. Wenn man mit Menschen spricht, die sich einen Lebenstraum verwirklichen konnten, dann stellt man in den meisten Fällen fest, dass sie ihn sich hart erarbeitet haben. Das sind Schauspieler oder Musiker, die in ihren Anfangsjahren auf der Straße lebten. Das sind Selfmade-Millionäre, die in den ersten Jahren ihrer Selbständigkeit wortwörtlich Tag und Nacht gearbeitet haben; rund um die Uhr. Oder Häusle-Bauer, die jede freie Minute ihrer Freizeit und ihre Körperkraft in den Aufbau des neuen Heims investiert haben. Und so weiter…

 

Für Lebensträume muss man kämpfen

Lebensträume verwirklichen heißt arbeiten. Eben nicht passiver Konsument zu sein. Sondern aktiv. Etwas tun. Etwas bewirken. Etwas bewegen. Etwas verändern. Im eigenen Leben und in der Welt. So etwas kostet Kraft. Man muss Widerstände überwinden. Andere Menschen überzeugen. Spot ertragen. Risiken eingehen. Rückschläge einstecken. Den Kopf nicht hängen lassen.

Wer seinen Lebenstraum verwirklicht, der ist kein „passive consumer of a dream“ eines Dritten. So jemand will den eigenen Traum wahr werden lassen. So jemand konsumiert nicht, so jemand produziert. Ideen, Pläne, Produkte, was auch immer.

Wenn es dein Traum ist zu fremden Sternen zu fliegen, dann warte nicht bis jemand anderes deinen Traum wahr macht und Du passiv am Fernseher daran teilhaben kannst. Mach Dich auf den Weg zu den Sternen. Tu wenigstens den ersten Schritt. Selbst, wenn Du es nicht schaffen solltest, kannst Du immerhin irgendwann deinen Enkeln erzählen, „Ich war auf dem Weg zu den Sternen, und ich bin ihnen einen Schritt näher gekommen“.

Sei kein passiver Konsument eines fremden Traums – lebe Deinen Traum.



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14 Mai 2009 | in intensiver leben » | Kein Kommentar

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