Mut sich zu irren

Stell die Welt auf den Kopf

Stell die Welt auf den Kopf

von Axel Speitmann

Letzte Woche habe ich einen tollen Blogbeitrag bei Copyblogger gelesen. Der Artikel war frei übersetzt überschrieben „Der Mut sich zu irren“. Einige Gedankenansätze möchte ich hier aufgreifen. Der Autor Jon Morrow schreibt darin, dass er früher davon ausging, dass es wichtig sei, „das Richtige“ zu tun. Sich angemessen kleiden, die richtigen Leute zu kennen, in der richtigen Gegend zu wohnen und zur richtigen Schule zu gehen.

Das alles, eigentlich nicht weil man es wirklich will, sondern weil es die Voraussetzung für Erfolg im Leben ist. Das macht Sinn, schreibt Morrow, wenn man dir niemals etwas anderes als angepasst zu sein beigebracht hat. Doch der Preis dafür ist der Verlust des Selbstwertgefühls.

Morrow stellt dann einige sehr interessante Thesen auf:

·         Die Menschen, die Einfluss haben auf uns, sind nicht die, die immer alles „richtig“ machen. Sie sind die Außenseiter, die Quertreiber, die den Mut haben falsch zu liegen. Sie nehmen das, was andere für „richtig“ erkannt haben und drehen es auf links.

·         Das hat nichts zu tun mit „anders sein wollen“. Das ist die Zerstörung von heiligen Traditionen, das ist die Norm auf den Kopf zu stellen, das ist die Art und Weise, wie Menschen denken, in Frage zu stellen. Diese Menschen tun, reden oder leben so absolut unvorhersehbar, dass andere Menschen einfach auf sie aufmerksam werden müssen.

·         „Richtig“ und „Falsch“ sagt Morrow existiert nur zwischen Ausrufezeichen. Jeden Tag entscheidet die Welt darüber, wie sie definiert werden. Und jeden Tag haben wir die Möglichkeit darauf Einfluss zu nehmen, wie sie zukünftig definiert werden.

·         Revolutionäre zerstören nicht nur die Regeln; sie schreiben neue. Indem sie die Standards zerstören, schaffen sie neue.


Soweit die Thesen von Copyblogger. Ich finde diese An- und Einsichten sehr spannend. Denn ich denke, das genau ist es, was wir zur Zeit am dringendsten brauchen in der Weltwirtschaftskrise. Menschen, die bereit sind andere, neue Weg zu gehen. Menschen, die die alten Trampelpfade verlassen. Unternehmer, die die alten Markt-Regeln brechen und neue erfinden. Politiker, die Probleme wirklich angehen und nicht mit einem Auge auf die nächsten Wahltermine schielen. Lenker und Denker, die alles auf links drehen, auf den Kopf stellen und hinterfragen. Berufsgruppen, die sich neu erfinden. Gesellschaftsgruppen, die sich anders definieren. Individuen, die nach dem Sinn fragen.

Heute las ich diesen Blogbeitrag über eine Konferenz der Financial Times Deutschland deren Titel gleich ins Auge springt: „Kreative Zerstörer der deutschen Wirtschaft“. Das sind genau die Menschen, die Jon Morrow meint. Davon brauchen wir viel mehr. Und nicht nur in der Wirtschaft. In allen Bereichen unseres Lebens. In der Politik. Im Umweltschutz. Im Gesundheitswesen. In der Kirche. In den Banken. In Schulen und Universitäten. In Altenheimen und Kindergärten.

Hab den Mut dich zu irren. Trau Dich! Stell die Welt auf den Kopf. Und wenn sie so besser aussieht, dann ist das, was heute vielleicht noch undenkbar ist, morgen die Regel.




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7 Jul 2009 | in kreativer leben » | Kein Kommentar

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