Mit sich im Reinen

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von Axel Speitmann

Kennst Du das Lied von den Wise Guys „Es ist nicht immer leicht“?
Ja, „es ist nicht immer leicht ich zu sein“, da kann sicherlich jeder von uns einstimmen. Das Leben hält einen Haufen Überraschungen für uns parat und leider…leider, viele davon sind auch nicht gerade positiv. Zumindest erleben wir sie so und behalten sie so in Erinnerung.
 
Manchmal, wenn wir dann nach einigen Jahren nachdenken, welchen Spaß sich das Leben mit uns geleistet hat, erkennen wir jedoch auch hier und da etwas Gutes in all dem Negativen, das wir erlebt haben. Denn wir leben in der Regel sehr kurzfristig. Wir haben kurzfristige und doch überzogene Ziele. Wir wollen alles – aber jetzt. Und wenn uns das Leben dann einen Stein in den Weg legt, sind wir eingeschnappt und unzufrieden.



So ein Stein kann eine Krankheit sein, ein Kollege, der bei der Beförderung vorgezogen wird, ein finanzieller Fehlschlag, ein Partner, der uns sitzen lässt…ach, was weiß ich. Es gibt tausend Sachen, die uns nicht passen, zumindest nicht jetzt gerade in dem Moment wo sie passieren und unsere Zukunftspläne und Wünsche durchkreuzen.

Es ist nicht leicht ich zu sein. Sag ich auch. Doch dieses Lied von den Wise Guys ist wirklich „weise“. Es zeigt uns auf, dass wir eben die meiste Zeit unzufrieden sind mit dem, was wir haben oder sind. Wir haben Bilder im Kopf von anderen Menschen, die es „geschafft“ haben. Geld, Autos, große Villa, schöne Frau – manchmal wärn wir gern Brad Pit…oder irgendein anderer Star, reicher oder genialer Zeitgenosse.

Was wir dabei oft übersehen ist, dass auch diese Menschen so ihre Probleme und Problemchen haben. Gut jetzt kommt der übliche Einwand: mit fünfzig Millionen auf dem Konto, würde ich mir gerne darüber den Kopf zerbrechen, ob ich den Rolls Royce jetzt in Pink oder Gold bestelle…usw. Aber seien wir mal ehrlich: Viele diese sogenannten Berühmten und Reichen sind doch auch oft arme Schweine. Ein permanent öffentliches Leben und auch mit fünfzig Millionen auf dem Konto immer die Gefahr abzustürzen in die Belanglosigkeit.

In den Tratschblättern der Regenbogenpresse erhalten wir Nachrichten darüber, wie sich die Stars und Sternchen zu Tode saufen, koksen oder sich gleich umbringen. Wir erleben mit, wie sie sich verschulden bis über beide Ohren und Haus und Hof verlieren, wie sie ihre langjährigen Partner verlassen für Jüngere, oder wie sie über viele Jahre nicht in der Lage sind ein richtige Bindung einzugehen und die Partner wechseln wie die Unterhosen.

Wenn man es genau betrachtet, ist das ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Es ist nichts besonderes, wenn mal davon absieht, dass diese Menschen einen hohen Bekanntheitsgrad haben. Alles was da in der Klatschpresse steht, können wir genauso in unserer unmittelbaren Nachbarschaft erleben. Nur, dass es da bei einer Scheidung nicht um Millionen geht, sondern je nachdem ums nackte Überleben.

Der Maier von Nebenan hat schon wieder eine neue Freundin. Und die Frau vom Kollegen lebt jetzt mit 15 Jahr jüngeren Studenten zusammen. Und der Kollege säuft sich Abend für Abend ins Koma. Eigentlich nicht viel anders als bei den Reichen und Schönen.

Es ist nicht immer leicht ich zu sein! Stimmt! Aber wir haben keine Wahl. Wir stecken in unserer Haut, in unserem Leben und dem „Schicksal“, das uns bestimmt ist. Glücklich der Mensch, der damit zufrieden ist und die Zeit und sein Leben so genießen kann, wie es sich vor seinen Füßen ausbreitet. Das bedeutet nicht, sich einfach in sein Schicksal zu ergeben, die Flügel hängen zu lassen und einfach auf das Ende zu warten.

Natürlich können wir Dinge in unserem Leben ändern. Und wir können viel erreichen. Die meisten von uns mit etwas mehr Ehrgeiz, die anderen mit mehr Einsatz und wieder andere mit etwas mehr Grips. Aber auf dem Weg dahin haben wir die Wahl, ob wir unglücklich sein wollen oder glücklich.

Wenn wir akzeptieren was wir sind, was wir haben und was wir können, dann können wir uns entspannt zurücklehnen und mal in Ruhe einen Blick auf das Leben und seine Unwägbarkeiten werfen. Vielleicht erkennen wir dann schon heute, das nicht alles schlecht ist, was das Leben so an Überraschungen für uns in seinem Füllhorn mit sich führt.

Mit sich im Reinen zu sein ist eine Kunst. Wer sie beherrscht, hat ein erfülltes Leben. Auch dann, wenn er sagen muss: „Es ist nicht immer leicht ich zu sein!“




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19 Jan 2010 | in zufriedener leben » | Kein Kommentar

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