Mit einem Lächeln aufwachen – mit einem Lächeln schlafen gehen!

Foto von Elfleda

von Axel Speitmann

Vor ein paar Wochen erzählte mir ein Freund von einem Fahrertraining an dem er teilgenommen hat. Er war begeistert von dem Trainer, bei dem er diesen Kurs gemacht hat. Ein Satz, den er bei der Schilderung verschiedener Erlebnisse während des Trainings sagte, hat sich mir eingeprägt. Da die Begebenheit schon etwas zurückliegt, weiß ich nicht mehr, ob der Trainer dies gleich zu Anfang gesagt hat, oder ob es im Verlauf des Trainings einen bestimmten Grund oder eine bestimmtes  Ereignis gab, das ihn dazu bewegte. Es spielt aber auch letztlich keine Rolle.

Der Trainer sagte jedenfalls zu seinen Fahrschülern: „Ich bin heute Morgen mit einem Lächeln im Gesicht aufgewacht,…und ich möchte heute Abend auch mit einem Lächeln im Gesicht wieder zu Bett gehen!“ Wum, das sitzt. Ein Satz, und jeder weiß, wo er dran ist und was Sache ist. Das ist nicht nur ein Statement, das ist eine Mission, eine Aufgabe. Eine Tagesaufgabe sozusagen.

Mich hat diese Aussage gleich aus verschiedenen Gesichtspunkten heraus fasziniert. Erstens, sie ist klar und deutlich formuliert. Das kann niemand missverstehen. Dieser Mensch ist gut gelaunt in den Tag gegangen und will sich diese gute Laune durch nichts und niemanden an diesem Tag vermiesen lassen. Da gibt es kein „wenn…dann“! Der Satz lässt auch kein „aber“ zu. Er steht da als unumstößliche Aussage. So, das niemand auf die Idee kommen kann ihn in Frage zu stellen.

Was mich zweitens fasziniert ist die positive Stimmung der Aussage. Ich habe diesen Tag gut begonnen. Und ich möchte ihn gut beschließen. Wer von uns macht sich das wirklich bewusst, wenn er einen Tag gut beginnt. Ist es nicht vielmehr fast selbstverständlich, wenn ein Tag gut beginnt. Haben wir nicht beinahe die Erwartungshaltung, das er gut beginnt. Und wenn er trotzdem schlecht beginnt, dann maulen wir herum und haben es ja sowieso schon vorher gewusst, dass dieser Tag nichts werden wird.

Dieser Mann hat sich bewusst vor Augen geführt, dass sein Tag gut begonnen hat. Und er hat sich vorgenommen ihn so fortzuführen und zu beenden. Die Aussage, die er trifft, ist nicht weltfremd. Er ist sich, wie ich denke, durchaus darüber im Klaren, dass ihm im Laufe des Tages Dinge begegnen können, die nicht positiv sind. Er hat nicht die rosarote Brille aufgezogen. Aber er hat ein Ziel. Nämlich, das am Ende des Tages das Positive überwiegt.

Und das ist das Dritte, was mich an dieser Aussage fasziniert hat. Sie ist zielgerichtet. Der Mann weiß, was am Ende des Tages rauskommen soll. Ein Lächeln. Ein bisschen wenig, sagst Du? Nun, ich weiß nicht, ob das stimmt. Ein Mensch, der mit einem Lächeln am Abend zu Bett geht, ist ein zufriedener Mensch. Was gibt es Schöneres, als zufrieden und mit sich und der Welt im Reinen zu sein. Ein zufriedener Mensch ist ein glücklicher Mensch. Ihm fehlt nichts zu seinem Glück. Er hat es , wenn auch nur für einen flüchtigen Augenblick, gefunden.

Das Vierte, was mich an diesem Satz des Mannes begeistert hat, ist die Schlichtheit seines Zieles. Wie ich schon oben sagte, es ist ein „Tagesziel“. Er sagt nicht, „ich bin heute Morgen mit einem Lächeln aufgewacht und jetzt will ich für alle Zeiten glücklich sein“.  Es ist einfach und nicht zu hoch gesteckt. Ein Ziel also, das realistisch ist. Man kann es erreichen. Ein einzelner aber wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem glücklichen Leben.

Sicherlich bedarf es unterschiedlicher Dinge um dieses abendliche Lächeln bei anderen Menschen hervorzurufen. Auch bei mir werden es andere Gründe sein, als bei diesem Fahrtrainer, die dazu führen, dass ich mit einem Lächeln auf den Lippen einschlafe. Bedeutsam erscheint mir die Einfachheit seines Wunsches. Mit einem Lächeln zu Bett gehen. Das klingt so einfach. So einfach, dass man es sich eigentlich für jeden Tag vornehmen könnte. Oder?

Ich jedenfalls möchte heute Abend mit einem Lächeln im Gesicht zu Bett gehen.

 

(Foto von Elfleda)



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15 Mrz 2009 | in glücklicher leben » | Kein Kommentar

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