Manchmal brauchen wir einen Coach

Foto von istockphoto.com

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von Axel Speitmann

Wie viele andere Menschen auch, glaube ich, dass ich Dinge, die ich seit Jahren schon mache auch wirklich beherrsche. Da macht mir keiner mehr etwas vor. Da brauche ich keine Anleitung, keine Hilfe. Das kann ich ganz alleine. Und ich mache es richtig und so gut, wie es überhaupt möglich ist. Doch dann gibt es auch immer wieder Situationen, wo ich feststellen muss, dass andere es trotzdem wesentlich besser machen.


Eigentlich sollte man meinen, dass Weltklasse-Fußballspieler keinen Coach brauchen. Sie trainieren jeden Tag. Sie spielen den Doppelpass im Blindflug. Sie dribbeln jeden Kreisklasse Spieler in Grund und Boden. Trotzdem haben auch die Top Mannschaften einen Trainer. Das sind oftmals ältere Herren in Nadelstreifenanzügen oder Trainingsanzügen, die in jüngeren Jahren auch mal Fußballspieler waren. Die einen besser, die anderen weniger gut.

Trotzdem vertraut man ihnen das Wohl und Wehe dieser millionenschweren Mannschaften an. Sie sollen den jungen durchtrainierten Supersportlern und Multitalenten zeigen, wie sie noch besser werden. Sie sollen den Überblick behalten, wenn der einzelne Spieler nur noch den persönlichen Gegner oder den Ball vor der Nase hat, aber das große Ganze aus den Augen verliert.



Warum brauchen auch Top-Spieler manchmal einen Coach?

Ganz einfach: Sie sind auch nur Menschen. Und Menschen, alle Menschen, haben Eigenarten, die verhindern, dass wir perfekt sein können. Da ist zum Einen unsere eingeschränkte Wahrnehmung. Wir können die Dinge nur aus einem bestimmten Blickwinkel wahrnehmen. Das schränkt unsere Urteilsfähigkeit ein. Denn wir urteilen aus unserem Blickwinkel heraus.

Zum anderen wir reflektieren und hinterfragen Dinge nicht mehr, die wir einmal erlernt haben und von denen wir denken, dass wir sie beherrschen. Wir gehen automatisch davon aus, dass wir es richtig machen. Wir sind blind für weiteres Potential, das in uns steckt. Wir fragen nicht mehr, ob man die Sache auch anders angehen kann, denn wir haben unseren Weg gefunden sie zu „unserer“ Zufriedenheit zu regeln.

Drittens: Wir stellen uns nicht selber in Frage. Sicherlich, jeder schon einmal die Situation, dass er sich einer Sache nicht gewachsen fühlt. Aber in der Regel nicht bei Dingen, die wir seit Jahren aus dem effeff beherrschen. Das heißt aber auch, dass wir nicht erkennen können, wenn wir uns hier auf einem Holzweg befinden.

Und viertens und letztens, wir haben nur unseren eigenen Erfahrungsschatz zur Verfügung um mit neuen ungewohnten Situationen umzugehen.

Das alles sind Gründe dafür, dass es Sinn machen kann einen Coach zu engagieren. Wir sind nicht perfekt und wir können den Zustand der Perfektion niemals erreichen. Das streben nach immer mehr Perfektion ist deshalb trotzdem nicht verkehrt. Denn was wir erreichen können ist Verbesserung.

Auf dem Weg dahin kann uns ein Coach mit seiner Erfahrung, mit seinem anderen Blickwinkel auf die Dinge, mit seiner Reflexion unseres Tuns und unseres Potentials und mit seiner Richtungsvorgabe und Anweisung große Hilfe leisten.

Wir sollten vielleicht öfter auch in anderen Lebenssituationen als nur im Sport einmal die Hilfe eines Coaches in Anspruch nehmen. Wir werden dadurch sicherlich nicht perfekt werden. Aber höchstwahrscheinlich besser. Wenn nicht können wir es immer noch machen, wie die Fußballvereine. Wir feuern ihn. ;-)




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15 Okt 2009 | in erfolgreicher leben » | Kein Kommentar

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