Mach mal langsam

Foto: © Jürgen Treiber/ PIXELIO www.pixelio.de

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von Axel Speitmann

Heute morgen beim Spülen (ja, ich habe einen Single-Haushalt. Und ja, ich habe keine Spülmaschine.) habe ich die CD „Frei!“ von den Wise Guys gehört. Das Lied „Langsam“, das so gar nicht zu meinem heutigen, ziemlich gefüllten Tagesplan passte, hat mich auf die Idee zu diesem Artikel gebracht. Auch wenn man versucht, sich das Leben einfach zu gestalten und sich den Stress möglichst vom Hals zu halten, ist es ja nicht so, dass man „Nichts“ tut.

Da hat man einen vollen Termin- oder Aufgabenplan. Da achtet man vor lauter Hektik weder auf die Ernährung noch auf seine Fitness. Da macht man Stress, weil man möglichst viel in die 24 Stunden packen will, die einem nur zur Verfügung stehen. Und dann singen die Jungs einem ins Ohr „Mach mal langsam“. Oder noch schlimmer „sei bereit mal nix zu tun“. Wer kann sich das denn erlauben, heutzutage.

Nimm Dir Zeit dich auszuruhen

Glücklicherweise habe ich im Laufe der letzten Jahre gelernt auf meinen Körper zu hören und die Signale zu erkennen, wenn er mir sagt, so jetzt ist mal Pause angesagt. Und dann mache ich das auch. Viele Menschen haben das verlernt. Sie merken zwar hin und wieder, dass sie total müde und ausgelaugt sind. Aber sie sehen es nicht als ein Signal, sich zu einer Pause zu „zwingen“.

Denn vielfach sind Pausen heutzutage Zwang. Zum Beispiel da, wo der Gesetzgeber zum Schutz der Arbeitnehmer oder Allgemeinheit zwingend Pausen vorschreibt. Doch sie sind nicht nur Zwang für die Arbeitgeber, sondern werden auch häufig von denen so empfunden, für deren Schutz sie gedacht sind. Zwang deshalb, weil man meint, eine kurze Fünf-Minuten-Pause für ne Zigarette tut‘s am Mittag, denn man will ja früher nach Hause. Zwang, weil noch so viel Arbeit erledigt werden muss. Zwang, weil nur der es zu was bringt, der mehr leistet, als die anderen.

Sei bereit mal nix zu tun

Dabei tut es so gut, mal die Seele baumeln zu lassen. Sich einfach mal für einen Tag ausklinken und schauen, wie die Welt an einem vorüberrauscht. Nimm Dir mal die Zeit und setz Dich in eine Fußgängerzone und beobachte die Menschen. Nimm Dir Zeit, mal alleine durch einen Wald zu spazieren, langsam, den Geräuschen der Vögel und des Windes lauschend. Nimm Dir Zeit, mal etwas Kreatives zu tun – auch wenn Du dich für absolut unkreativ hältst.

Oder nimm Dir Zeit, mal wirklich alle Dinge langsam zu machen. Langsam essen, langsam Zähne putzen, langsam lesen, langsam bewegen. Nutze den Zeitlupeneffekt, um neue Dinge in deinem Leben zu entdecken. Oder mach einfach mal…. „Nichts“!


Das ist Luxus

Ich weiß, in einer Gesellschaft in der Zeit kostbarer denn je ist, ist das purer Luxus. Aber es nicht das, wonach so viele von uns streben? Luxus? Also, gönn dir diesen Luxus und sei bereit mal nix zu tun. Gönn Dir diesen Luxus, mal die Seele baumeln zu lassen. Schicke deine Gedanken auf Reisen. Eine Sache, die übrigens auch sehr lukrativ sein kann. Denn die besten Ideen kommen uns dann, wenn das Hirn Zeit hat zum „Herumspinnen“ hat und nicht in die Maschinerie des Alltags eingebunden ist.

Time is money, kann also in diesem Fall auch bedeuten: Nimm Dir Zeit für neue Ideen. Wertvolle Ideen. Ideen, die dein Leben bereichern. Finanziell und ideell.

Das ist Lebensqualität

Wer sich die Zeit nimmt, mal langsam zu machen, bekommt mehr Tiefgang in sein Leben. Das kann erschreckend sein, weil man sich dann bewusst wird, dass vieles in unserem Leben schrecklich banal und dumm ist und wir viel unserer kostbaren Zeit einfach verplempern. Das kann dazu führen, dass wir bewusster mit unserer Zeit umgehen. Das kann dazu führen, dass wir versuchen mehr Sinnvolles zu tun. Oder einfach weniger zu tun.

Die Definition von Lebensqualität ist immer eine sehr persönliche, subjektive Sache. Wie heißt es so schön bei Brian Adams: „One mans nightmare is another mans dream“! Aber manchmal brauchen wir einfach Zeit, um in uns hineinzuhorchen und herauszufinden, was Lebensqualität für uns bedeutet.

Soviel Zeit sollten wir uns gönnen.




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13 Aug 2009 | in intelligenter leben » | Kein Kommentar

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