Kopenhagen – Was werden unsere Enkel dazu sagen

Foto: © Cornerstone/ PIXELIO www.pixelio.de

Foto: © Cornerstone/ PIXELIO www.pixelio.de

von Axel Speitmann


In den vergangenen Tagen haben mich immer wieder die Szenen mit den Demonstranten in Kopenhagen beschäftigt, die größtenteils friedlich für eine „bessere Welt“ demonstrieren, jedoch zeitweise von einem sehr massiven Polizeiaufgebot mit ziemlich viel Gewalt daran gehindert wurden. Kopenhagen – so wie es heute morgen aussieht wird dieser Gipfel nicht mit konkreten Ergebnissen oder Verpflichtungen der Industriestaaten zu Ende gehen. Was in Erinnerung bleiben wird, ist der halbherzige Einsatz unserer Politiker, der beharrliche Widerstand der Amerikaner sich auf konkrete Umweltschutzmaßnahmen und Ziele zu verpflichten…und die Bilder von Demonstranten, die friedlich protestieren und mit Gewalt vom Ort des „Nicht-Geschehens“ abgeführt werden.



Was ich mich dabei auch in den vergangenen Tagen gefragt habe ist: Was werden unsere Enkelkinder dazu sagen? Was werden Sie uns in 15 oder 20 Jahren fragen? „Opa, warum warst Du nicht in Kopenhagen?“ Oder: „Opa, warum haben denn damals nicht viel mehr Menschen demonstriert? Ihr wusstet doch alle Bescheid, dass man nicht länger warten durfte.“

Was antworten wir dann? Ich hatte gerade keine Zeit?! Oder: Das das so bedrohlich war mit der Umweltverschmutzung wusste ich nicht?! Oder: Weißt Du damals war mir das alles noch ziemlich egal. Hier bei uns in Deutschland war ja noch alles in Ordnung?!

Welche Ausrede hast Du? Kopenhagen – das ist nicht nur ein Gipfel für die politische Elite dieser Welt. Kopenhagen – das ist nicht nur die Kapitulation des Umweltschutzes vor dem Profit. Kopenhagen – das ist vor allem ein stiller Aufschrei einer Welt, die von uns immer weiter und immer schneller zerstört wird. Und man hat den Eindruck kaum einer hört hin.

Die jungen Menschen in Kopenhagen, die sich auf die kalte Straße setzen und demonstrieren, können mit dieser Aktion nichts ändern daran, dass unsere Politiker von Unfähigkeit gelähmt und von Lobbyisten gelenkt nichts zustande bringen. Aber Sie können mit gutem Gewissen ihre Enkel in den Arm nehmen und sagen: „Ich habe getan was möglich war. Sie haben nicht gehört!“

Setze Dich ein für Dinge, die es wert sind. Dinge, die man erhalten und bewahren sollte. Dinge, die den Frieden oder die Umwelt bewahren. Dinge, die das Miteinander fördern. Und sei wachsam, wenn man Dir erzählt, man kann nichts ändern, weil alle andern dagegen sind. Mach Kopenhagen zu deinem ganz persönlichen Umweltgipfel. Überlege Dir, was Du tun kannst. Wo kannst Du Vorbild sein? Wo kannst Du Umwelt schützen und retten? Tu was!

Und dann in vielen Jahren, wenn Du deine Enkel auf dem Schoß sitzen hast, kannst auch Du mit gutem Gewissen sagen: „ Ich habe getan, was möglich war!“




Hat Dir der Artikel gefallen? Abonniere den RSS-Feed hier:

Hier kannst Du den Artikel weiterempfehlen: Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • MisterWong
  • Y!GG
  • Webnews
  • Digg
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Infopirat
  • Oneview

Post to Twitter

Ähnliche Beiträge:

  1. Acht Kostbarkeiten (4) – unsere Sinne




18 Dez 2009 | in gesünder leben » | Kein Kommentar

Kommentiere diesen Beitrag!