In der Einfachheit liegt die höchste Vollendung.

Foto von istockphoto.com

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von Axel Speitmann

In meinem letzten Artikel habe ich von dem Grundprinzip berichtet, das sich die Teekampagne zum Firmengrundsatz gemacht hat: „In der Einfachheit liegt die höchste Vollendung“.

Das gilt nicht nur für die Wirtschaft. Das gilt auch für mich und für dich. Je einfacher wir unser Leben gestalten, umso zufriedener werden wir. Und umso mehr können wir unser Leben genießen. Das Leben in vollen Zügen genießen – das ist höchste Vollendung. Einfachheit hilft uns dabei.

Wir machen uns selber das Leben oft viel zu kompliziert. Weil wir alles selber machen wollen. Weil wir immer die neueste Technik brauchen, aber sie nicht beherrschen. Weil wir viel zu viel Krempel um uns herum anhäufen. Weil wir verlernt haben die einfachen Dinge zu genießen. Weil wir dem Informationswahn verfallen sind. Weil wir immer komplexere Prozesse, Verwaltungsakte, Gesetze, Maschinen, Marketingstrategien, Finanz-Konstrukte erfinden.

Unsere Welt wird immer komplexer, komplizierter, undurchschaubarer. Die Zahl der Menschen mit psychischen Erkrankungen nimmt jährlich zu. Die Zahl der Beschäftigten, die nicht bis zum Rentenalter arbeiten, nimmt ebenfalls zu. Weil sie es nicht mehr schaffen mitzuhalten. Weil ihnen vieles schlichtweg zu kompliziert wird.

Mach dir das Leben einfach(er)

Die Lösung kann nur sein, dass wir uns unser Leben wieder einfacher machen. Hier ein paar Hinweise, wie das aussehen kann:

1.       Entrümpel Dein Leben – nimm Dir einmal im Monat einen halben Tag Zeit und miste aus, was du nicht mehr brauchst. Ich wette, es gibt jede Menge Sachen in deiner Wohnung/ deinem Haus, auf die du gut verzichten kannst, weil sie sowieso nur Staubfänger sind. Verschenke sie, werf sie weg, verkaufe sie!

2.      Unser Leben hat heute ein Wahnsinnstempo bekommen. Wir fahren oder fliegen in kurzer Zeit zu hunderte von Kilometern entfernten Zielen. Wir versuchen möglichst viel in die 24 Stunden zu packen, die uns zur Verfügung stehen. Entzieh dich dem. Du must nicht rasen, um ans Ziel zu kommen. Unsere Urahnen sind mit Postkutschen durchs Land gefahren. Reisen dauerten mehrere Tage. Aber sie sind auch angekommen. Und ich denke, sie haben am Ende ihres Lebens genauso wenig verpasst wie wir. Schalte einen Gang zurück. Entdecke die Langsamkeit als einen Vorzug.

3.      Vielfalt ist toll. Ein vielfältiges Angebot bereichert unser Leben. Aber es vernebelt manchmal auch die Sinne. Und es macht die Entscheidung schwerer je mehr Möglichkeiten sich mir bieten. Wenn dich Vielfalt verwirrt, dann schränke die Auswahl willkürlich ein. Beispiel: 30 verschiedene Waschmittel im Supermarkt zur Auswahl? Du brauchst nur eines! Schränke die Auswahl ein: Räumlich, indem Du das nimmst, das Dir am nächsten ist. Oder Preislich, indem Du das billigste nimmst. Gibt es eines in deiner Lieblingsfarbe? Dann nimm doch das….aber nimm endlich eins!

4.      Buy local – als ich vor kurzem das Etikett meines Mineralwassers studierte bin ich erschrocken.
 


Das Wasser kam aus der Eifel, ungefähr 400 km von meinem Wohnort entfernt. Wir haben sehr gute Mineralwässer, die hier direkt vor Ort abgefüllt werden. Warum karrt man Wasser über hunderte Kilometer durchs Land? Oder Milch; ist die Milch von Kühen aus dem anderen Ende der Republik besser, als die hiesige? Und warum trinken die Menschen dort dann die Milch von „unseren“ Kühen? Brauchen wir Gurken aus Holland? Tomaten aus Spanien? Vereinfache dein Leben und schone die Umwelt, indem Du lokal und saisongemäß einkaufst.

5.      Qualität ist das absolute Kriterium. Ganz nach dem Sinnspruch von Oskar Wilde: „ Ich habe ganz einfache Bedürfnisse: Ich bin immer mit dem Besten zufrieden.“ Wenn wir uns immer darauf konzentrieren würden das Beste zu bekommen, würde unser Leben ganz einfach. Denn alles, was nicht unseren Qualitätsansprüchen gerecht wird, würde über kurz oder lang vom Markt verschwinden.

6.      Verhindere mit allen deinen Kräften, dass jemand so bescheuerte Dinge wie eine Verordnung gegen krumme Gurken erlässt. Wehre dich gegen Bürokratismus gegen unnötige Formulare, gegen unsinnige Arbeitsvorschriften, gegen undurchsichtige Steuergesetze, gegen eine Sprache, die nur noch Juristen verstehen, gegen Finanzprodukte, die selbst die Bankberater nicht mehr verstehen.

7.      Kaufe nur Produkte, die Du vollständig beherrschen kannst. Und die du wirklich brauchst. Brauchen wir Fernsehen im Auto? Brauche ich einen Kühlschrank, der mir sagt, dass die Milch sauer ist? Brauche ich einen Toaster, der mir die Zeitung vorliest?

8.     Lege Dein Geld nur so an, dass du jederzeit nachvollziehen kannst, was damit passiert.

9.      Vermeide Abfall. Erstens musst du ihn dann nicht entsorgen. Zweitens hilfst Du der Umwelt. Alle unsere Umweltprobleme sind selbstgemacht. Das vergessen wir gerne allzu oft. Wir Menschen sind es, die uns selber all die Probleme mit Wasser- und Luftverschmutzung und der Müllentsorgung eingebrockt haben. Packen wir das Übel bei der Wurzel an und vermeiden den Müll von vornherein. Kein Müll, kein Problem, ein einfacheres Leben.

10.  Grübel nicht zu lange über Dinge nach. Tu etwas. Das soll, nicht heißen, dass Du garnicht nachdenken sollst. Aber zu lange grübeln macht die Dinge in der Regel komplizierter. Manchmal ist es einfacher, Fehler als Folge des Tuns zu akzeptieren und mit „Trial and Error“ dem Ziel entgegenzuarbeiten.


 

 


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3 Jul 2009 | in stressfreier leben » | Kein Kommentar

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