Ich bin ein Siegertyp

Foto: © Stephanie Hofschlaeger/ PIXELIO www.pixelio.de

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von Axel Speitmann

Hab ich euch das schon einmal gesagt? Ich…bin ein Siegertyp!

(Während die meisten Leser interessiert gleich zum nächsten Satz übergehen, sitzen vielleicht andere, die mich kennen, oder meinen mich zu kennen, schenkelklopfend vor dem Bildschirm, oder schauen etwas irritiert auf die Buchstaben und wischen sich die Brille, oder die Tränen vom Lachen aus den Augen. Aber auch denen sei gesagt: Ich bin ein Siegertyp! Lest halt weiter!)


Siegertypen, das sind in unseren Augen ja meist die Starken, die Klugen, die Reichen, die Schönen, die Kreativen, die Mutigen. Siegertypen, das sagt ja schon das Wort, sind die, die ganz oben auf dem Treppchen stehen. Sie kommen als erste durchs Ziel. Sie haben Überfluss an Kraft, oder Intelligenz, oder Geld oder Macht. – so einer bin ich nicht!

Auf die Perspektive kommt es an

Ich habe von allem nur ein wenig. Ein wenig Kraft, ein wenig Intelligenz, ein wenig Reichtum Geld, ein wenig Kreativität, ein wenig Mut und ein wenig Schönheit (die inneren Werte halt ;-) ). Warum soll ich also trotzdem ein Siegertyp sein? Ganz einfach, weil ich mich so fühle.

Der ist ja ganz schön weltfremd wirst du jetzt vielleicht sagen. Oder eingebildet. Aber das stimmt nicht. Ich bin nicht eingebildet, ich habe mir nur eine besondere Sichtweise angewöhnt. Ich schiele nicht die ganze Zeit nach oben. Ich schaue geradeaus. Auf den Weg vor mir. Und ich schaue nach rechts und links, weil ich einen besseren Eindruck von der Welt um mich herum bekommen möchte.

Das macht mich zufrieden.

Dabei fällt mir auf, dass es mir verdammt gut geht. Ich bin stark, intelligent, gebildet, gesund, mutig, kreativ, schön (im Rahmen meiner Möglichkeiten) und habe genug Geld zum Leben. Ich sehe das Gute, das ich besitze und das mir widerfährt. Ich BIN ein Siegertyp. Viele andere würden gerne mit mir tauschen. Vielleicht nicht in Bezug auf alle genannten Attribute. Aber ich besitze Dinge und Fertigkeiten, die kein anderer Mensch besitzt.

Das macht mich einzigartig.

Das „Sieger-Gefühl“

Doch es ist nicht nur die Perspektive, die mich zum Siegertypen werden lässt. Kennst Du den Begriff „Runners-high“. Das ist das Gefühl, das mich irgendwann während des Laufens, oder nachdem ich gejoggt bin, überkommt. Es wirkt wie eine Droge, weil der Körper Hormone ausschüttet, die ein Glücksgefühl bei mir auslösen. Dieses Glücksgefühl bewirkt, dass ich mich stark und vital fühle.

Das macht mich selbstbewusst.

Ein ähnlich positives Gefühl kann ich erzeugen, durch Entspannung. Es gibt viele verschieden Methoden. Meditation, Yoga, Tai-chi, Mentales Training, Qi Gong. Das Gefühl, das ich hier nach einigem Training erreichen kann, ist innere Ruhe. Das ist kein Hochgefühl, aber ebenfalls ein Gefühl der inneren Stärke.

Das macht mich gelassen.

Sport treiben trainiert meinen Körper, meine Muskeln, meinen Gleichgewichtssinn, meine Schnelligkeit, meine Fitness, meine Kraft, meine Ausdauer. Ich habe meinen Körper im Griff. Mit jedem Training fühle ich, das ich ein kleines bisschen kräftiger, schneller, ausdauernder werde.

Das macht mich sicher.

Es gibt Menschen in meinem Leben, die ich liebe und die mich zurücklieben. Sie geben mir das Gefühl, dass ich etwas Besonderes bin.

Das macht mich schön.

Sich dem Wettbewerb stellen

Doch es ist nicht nur die andere Perspektive aufs Leben und diese tollen Gefühle, die mich zu der Überzeugung kommen lassen, dass ich ein Siegertyp bin. Sieger ist man nur, wenn man mit anderen im Wettbewerb ist. Sieger kann nur der sein, der „besser“ ist als andere. Wenigstens in einer Disziplin. (ich merk schon: Ihr spitzt die Ohren. Ihr putzt die Brille noch einmal. Ihr wollt wissen: Worin ist der denn wohl besser als andere?)

Ich bin kein Weltrekordler. Ich bin kein Nobelpreisträger. Und ich bin auch kein Wirtschaftsboss. Ist nicht meine Liga! – diese Erkenntnis allein ist schon fast einen Nobelpreis wert, findest Du nicht?

Trotzdem sage ich, ich bin ein Siegertyp, denn ich kämpfe jeden Tag hart. An vielen Fronten. Manchmal im Wettbewerb mit anderen. Manchmal im Wettbewerb mit meinem „alten Ich“. Ich versuche es jeden Tag, das „besser werden“! Das „besser sein“! Manchmal klappt es, manchmal nicht.

Doch darauf kommt es nicht an. Wichtig ist, dass man am Wettbewerb teilnimmt. Nicht im olympischen Sinne, „dabei sein ist alles“, sondern indem ich mich der Herausforderung des Wettkampfs stelle und daran wachse. Wenn ich heute besser bin als mein gestriges „altes Ich“, selbst wenn ich den Wettkampf verliere, dann bin ich auf dem richtigen Weg.

Das macht mich siegessicher.

Alles was uns hilft, uns als Sieger zu fühlen, ohne überheblich zu werden, ist gut für uns.


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13 Jul 2009 | in erfolgreicher leben » | Kein Kommentar

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