Ein Berg von Arbeit

Foto: © Claudia Hautumm/ PIXELIO www.pixelio.de

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von Axel Speitmann

Jeder kennt das. Du stehst morgens auf, machst dich im Bad schön für den Tag, ziehst dich an, frühstückst. Vielleicht wartet Hausarbeit auf Dich. Vielleicht gehst Du aus dem haus und fährst zur Arbeit. Irgendwann kommt jedenfalls der Zeitpunkt, an dem Dein Tagewerk beginnt. Ganz egal was es auch ist. Und dann stehst Du da und siehst einen riesigen unüberwindbaren Berg von Arbeit, von Problemen und Stress vor dir. Und der lähmt dich.



Du schaffst es gar nicht erst anzufangen. Die Last der Aufgaben, die da auch Dich warten wiegt so schwer, dass sie dich schier erdrückt. Du weißt nicht, wo du anfangen sollst. Dir fehlt nicht nur der Überblick. Es ist einfach zu viel. Was ist wichtig? Was kann warten? Schon allein die Maße der unerledigten Aufgaben macht Dir Angst.

Es gibt ein paar Tricks, wie man Herr über dieses lähmende Gefühl werden kann. Dadurch fällt einem vielleicht die Arbeit selber nicht leichter, aber man schafft es strukturiert Aufgaben zu erledigen und effektiver abzuarbeiten. Und, und das ist fast noch wichtiger. Man bekommt dieses lähmende, unangenehme Gefühl weg, das einem den ganzen Tag im Nacken sitzt. Man ist nicht mehr gehetzt und genervt und blockiert. Man ist wieder Herr seiner Zeit (auch, wenn sie mit Arbeit angefüllt ist).


Als erstes ist es wichtig sich einen Überblick zu verschaffen. Dazu helfen Zeitplanungs-Tool, wie es sie zu Hauf im Internet gibt. Aber auch das altbewährte Outlook tut hier gute Dienste. Und wer es nicht so mit derlei Computerprogrammen hat, der ist sicherlich gut bedient mit einem Blatt Papier und einem Stift. Denn letztlich hilft uns schon eine einfache Auflistung aller Aufgaben einen Überblick zu bekommen.

Zweiter Schritt: Prioritäten setzen. Entscheiden was wichtig und was dringend ist. Dadurch sortiert sich die Liste neu. Ganz oben stehen jetzt auf unserer Liste die Dinge die wirklich wichtig sind oder dringend. Vielleicht, weil wir sie schon tagelang vor uns her geschoben haben. Vielleicht, weil der Chef gerade rein gekommen ist und dir was auf den Tisch geknallt hat. Vielleicht, weil ein Kunde anruft und Dir die Hölle heiß macht.

Drittens: Selektieren. Jetzt musst Du dich entscheiden, welche Aufgabe wirst du als erste erledigen. Nimm Dir die drei wichtigsten Aufgaben von deiner Liste. Mach eine neue Liste mit diesen drei Punkten und leg die alte Liste beiseite. Das ist ganz wichtig, auch wenn wir mit elektronischen Hilfsmitteln arbeiten. Denn wir ständig den riesigen Berg von Aufgaben, die wir erledigen müssen, vor Augen haben, lähmt uns dies weiter. Also reduzieren wir unser Programm zunächst auf drei Aufgaben.

Von diesen Aufgaben suchst du dir jetzt eine aus und fängst an. Bis zu diesem Punkt solltest Du nicht mehr als fünf Minuten deiner Zeit gebraucht haben. Eine Liste machen, Prioritäten setzen und entscheiden, womit du beginnst, das geht schnell. Das ist nicht die eigentliche Aufgabe. Planung darf nur ein Hilfsmittel sein. Kein Selbstzweck. Also verlier dich nicht in endlosen Planungsrunden oder spiele technikverliebt alle Features deines elektronischen Zeitplanungs-Tools durch. Du hast etwas wichtigeres zu tun. Du musst deine Arbeit erledigen.

Vierter Punkt. Wenn nötig, zerteile die Aufgabe, die du ausgewählt hast in verschiedene Teilaufgaben, die alle möglichst innerhalb von einer Stunde erledigt werden können. Länger kannst Du dich dauerhaft sowieso nicht auf eine Aufgabe konzentrieren.

Fünftens: Fokussieren! Konzentriere dich auf die anstehende Aufgabe. Denke nicht mehr an den Berg, der da noch wartet. Die Aufgabe, die du ausgewählt hast, ist jetzt das, was zählt. Alles andere wird zurück gestellt. Bring diese Aufgabe zu Ende Konsequent. Bleib dran, lass dich nicht ablenken. Ich wette, wenn Du das mit allen drei Aufgabe auf deiner zweiten Liste nacheinander machst und dir dann wieder die erste Liste vornimmst, kannst Du schon über den Berg von Aufgaben drüber schauen. Dahinter wartet wieder eine ruhigere, angenehmere Zeit auf Dich.

Und letztens: Wenn die Aussicht hinter deinem Aufgabenberg trotz konsequentem Arbeiten nicht besser wird und immer wieder jemand neue Aufgaben auf deinem Berg ablädt, dann läuft in deinem Leben grundsätzlich etwas falsch. Denke intensiv darüber nach. Vielleicht kannst Du nicht „Nein“ sagen – was Du dann schnellstens lernen solltest. Vielleicht wirst Du ausgenutzt – von Kollegen, Chefs, Angehörigen. Lass das nicht länger zu. Vielleicht bist Du aber auch deiner Arbeit einfach nicht gewachsen. Manchmal muss man auch einsehen, dass man eben nicht alles kann.

Arbeit sollte im besten Fall Spaß machen. Das geht natürlich nicht immer. Aber sie sollte uns auf keinen Fall Angst machen. Sie darf uns nicht lähmen. Und sie darf uns nicht krank machen.




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5 Nov 2009 | in effektiver leben » | Kein Kommentar

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