Die Vergangenheit ist passé

Foto von istockphoto.com

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von Axel Speitmann

Die Vergangenheit ist passé, sie lenkt nur von der Gegenwart ab.


(Zitat aus dem Film: The incredibles)


Sie ist ein Hemmschuh, eine Belastung und eine Fessel für die meisten Menschen – die Vergangenheit. Unsere persönliche Vergangenheit. Dabei, wenn man es objektiv betrachtet, erleben die meisten von uns wahrscheinlich mehr positive Dinge in ihrem Leben als Negative. Nur, dass wir sie ganz unterschiedlich bewerten. Während die positiven Erlebnisse oftmals als selbstverständlich „hingenommen“ werden und keine besondere Würdigung erfahren, werden andererseits die negativen Erlebnisse nicht nur viel bewusster wahrgenommen und dramatischer empfunden, sie werden auch tief in unserem Innersten eingebrannt.



Negative Dinge und Erlebnisse merken wir uns. Positive Erlebnisse werden zwar als positives, beschwingendes Gefühl wahrgenommen, jedoch verblassen sie viel schneller in unserer Erinnerung, mal abgesehen von einigen wirklich großen und wichtigen Begebenheiten, die sich ebenfalls „einbrennen“ in unserer Erinnerung.

Somit entsteht in unserer Erinnerung ein Ungleichgewicht zwischen positivem und negativem Erleben. Das Negative ist besser abgespeichert, ist mit viel stärkeren Erinnerungen behaftet und ist präsenter, wenn ähnliche Situationen wieder auftauchen. Ein negatives Déja-vu ist also wesentlich wahrscheinlicher, da die Erinnerung hier viel besser funktioniert.

Das führt dazu, dass wir unsere Vergangenheit permanent mit uns herumschleppen. Und, dass sie uns von wichtigen Entscheidungen und Taten abhält. Denn die erste Reaktion, wenn wir uns in einer bestimmten Situation befinden, oder uns Dinge „passieren“, wir vergleichen sie mit dem, was wir bereits kennen. Die Situation wird verglichen mit dem, was wir kennen, und an das wir uns erinnern. Es wird bewertet und eingeordnet und damit vielleicht auch vorschnell abgestempelt.

Manchmal wäre es gut, wenn wir uns von den Erinnerungen der Vergangenheit lösen könnten und vollkommen unbedarft wie ein kleines Kind an Dinge heran gehen könnten. Manchmal wäre es gut, wenn unsere negative Erinnerung an bestimmte Erlebnisse nicht von vornherein eine tolle Zukunft kaputt machen würde.

Denn dann würden sich vielleicht neue Chancen auftun. Dann könnten wir neue Ideen entwickeln. Oder neue Beziehungen knüpfen. Alte Wunden heilen lassen. Und mehr Mut für das finden, was vor uns liegt. Wir könnten Fremden ohne Vorurteile entgegentreten und Neues umarmen. Man, wäre das ein tolles Leben, wenn wir die Vergangenheit passé sein lassen könnten.

Das Problem ist nur: man kann die Vergangenheit nicht einfach ausknipsen. Man kann die schlechten Erfahrungen nicht einfach löschen. Und man nicht einfach generell nicht mehr daran denken, wenn man ähnlichen Situationen und Erfahrungen ausgesetzt ist. Was also tun?

Erstens: Bewusst das Positive intensiver wahrnehmen und verinnerlichen. – Das hat nichts mit rosaroter Brille zu tun. Oder mit „alles positiv sehen“. Aber man sollte sich die positiven Dinge, die uns tagtäglich begegnen einfach bewusster machen. Das bedeutet, sie wirklich wahrnehmen, genießen und das positive Gefühl, das sie begleitet ganz bewusst abspeichern.

Zweitens: Negative Erfahrungen bewusst ausklammern und hinterfragen. Oft ist es so, dass sich negative Erfahrungen nicht nur festsetzen, sondern in der Erinnerung noch viel schrecklicher werden, als sie in Wirklichkeit und bei objektiver Betrachtung waren. Hier gilt es, diese falsch abgespeicherte Information wirklich zu hinterfragen zu objektivieren oder einmal bei der Bewertung einer neuen Erfahrung auszuklammern. – Die neue Erfahrung, das neue Erlebnis wird nicht in eine Schublade gesteckt, sondern zunächst einmal vollkommen neutral betrachtet. Negative Erinnerungen, die dabei aufkommen, werden zunächst einmal ignoriert. Wenn man merkt, dass sie unsere Meinung oder unsere Bewertung der Gegenwart beeinflussen, muss man bewusst hinterfragen, ob diese Abgespeicherte Information, die uns so negativ beeinflusst, denn wirklich so stimmt.

Drittens: Konzentration auf das Wesentliche. Die Vergangenheit ist passé, sie lenkt nur von der Gegenwart ab. Und das ist das, was zählt. Denn an der Vergangenheit können wir nichts mehr ändern. Die Gegenwart entscheidet darüber wie unsere Zukunft aussehen wird. – Also sollten wir die Vergangenheit Vergangenheit sein lassen und uns auf die Gegenwart konzentrieren.




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29 Okt 2009 | in glücklicher leben » | Kein Kommentar

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