Auf den Bauch hören

Foto: © Susanne Berndobler, susign.de/ PIXELIO www.pixelio.de

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von Axel Speitmann

Tu was du wirklich tun willst und nicht, was man tun sollte.

Geht es dir auch so, dass du das tust, was andere von dir erwarten, oder was du denkst, was die Anderen von dir erwarten? Und am Ende ärgerst du dich über dich selbst, weil du wieder einmal nicht das getan hast, was du eigentlich willst. Du studierst Jura, weil schon der Großvater Jurist war? Du spielst Tennis, weil dein Freund begeisterter Tennisspieler ist? Du gehst zur Kirche, weil deine Eltern dich schon als Kleinkind dort mit hin genommen haben? Du isst deinen Teller immer schön leer, weil dann morgen die Sonne scheint?

Wir wollen andere nicht enttäuschen

Und dein Kopf sagt: „ Ja, das was Du machst. ist richtig, denn das sollte man tun!“ Und er hat recht. Das sollte man machen. Denn das erwarten die Anderen von Dir. Und du willst sie ja nicht enttäuschen. Und überhaupt: Jura studieren ist nicht das Schlechteste! Tennis spielen kann wirklich viel Spaß machen! In Kirchenarbeit kann man voll und ganz aufgehen und der Glaube kann dir über schwierige Situationen in deinem Leben hinweghelfen! Und wer den Teller schön brav leer isst, der hat nicht so schnell wieder Hunger. Und vielleicht scheint ja auch morgen dann die Sonne. Vielleicht.

Was sagt Dein Bauch?

Aber was sagt dein Bauch zu all dem? Stimmt er dem zu, was der Kopf sagt? Dann ist es gut! Dann tust Du vermutlich das Richtige. Leg Dich entspannt zurück. DU brauchst nicht weiterlesen.

Oder hörst du deinen Bauch grummeln und grollen? Zieht er sich zusammen vor Schmerz, weil Du wieder einmal deine eigenen Träume und Wünsche hintenan stellst? Läuft er Amok? Gibt er dir alle möglichen Zeichen, dass da was nicht stimmt?

Ich selber bin auch eher ein Mensch, der viel schluckt. Ich versuche oft es anderen recht zu machen. Dabei stelle ich oft meine eigenen Wünsche und Träume zurück. Und manchmal bin ich später von mir selber enttäuscht, wenn ich merke, dass die Anderen das eigentlich so gar nicht von mir erwartet hätten. Oder ich merke, dass ich genau das Gegenteil von dem mache, was gut und richtig für mich wäre. Und das wird vielfach noch nicht einmal von denen honoriert, für die wir es vermeintlich tun.


Vermeintlich deshalb, weil wir das in den meisten Fällen nicht für andere sonder für uns machen. Denn wir sind vielfach zu feige uns einer Konfrontation zu stellen. Die würde nämlich unweigerlich kommen, wenn wir unseren eigenen Weg gehen. Wir würden vielleicht Anfeindungen erleben. Wir müssten uns rechtfertigen. Wir müssten erleben, dass Menschen von uns enttäuscht sind. Dem wollen wir entgehen, indem wir den einfacheren Weg gehen. Das wir dabei zum Feigling werden, müssen wir nur vor uns selbst rechtfertigen…oder einfach verdrängen.

Irgendwann explodiert es

Bei mir ist es dann so, dass die Sache in mir weiterarbeitet wie ein Schwelbrand und das Ganze immer weiter kocht. Wie ein Milchtopf auf dem Ofen, der langsam immer wärmer wird. Irgendwann kommt es dazu, dass der Topf überkocht. Das ist der Zeitpunkt, wo ich den Kurs radikal korrigiere. Der Leidensdruck ist so groß, dass ich nicht mehr anders kann, als zu reagieren. Diese radikale Reaktion stößt dann allerdings meist die Leute vor den Kopf, auf die ich so lange Rücksicht genommen hatte.

Dabei hätte ich nur schon etwas früher auf meinen Bauch hören müssen. In meinem Fall gilt das sogar wörtlich, denn mein Bauch „sagt“ mir, wenn ich etwas tue, das absolut nicht gut für mich ist. Bei dir ist es vielleicht nicht der Bauch, sondern ein verspannter Nacken, Pickel, Kopfweh, Gliederschmerzen, oder Anfälligkeit gegen Infektionskrankheiten. Aber das Prinzip ist das gleiche. Dein Körper gibt Dir Signale. Warnzeichen.

Mein Bauch redet nicht nur mit mir. Manchmal schreit er sogar. Er hämmert mit den Fäusten gegen die (Magen-) Wand. Das ist nicht zu überhören. Das kann man höchsten ignorieren. Eine Zeit lang. Aber nicht ein Leben lang.

Suche die Ruhe

Wir sollten öfter auf unseren Körper hören. Dazu müssen wir uns vom Trubel der Welt um uns herum abkoppeln. Denn unsere Umwelt übertönt die Warnzeichen unseres Körpers inzwischen um ein vielfaches. Telefon, Radio, Fernsehen, ipod, Computer, Arbeits- und Verkehrslärm, Kollegen, Kunden, Familie, Fremde. Selten finden wir noch einen echten Moment der Ruhe. Einen Moment, wo auch das monotone Grundrauschen unseres High-Speed-Lebens einmal verstummt.

Suche dir Orte, wo du diese Ruhe findest. Reserviere dir Zeiten, in denen du diese Ruhe genießen kannst. Und dann höre auf deinen Bauch.




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8 Jul 2009 | in zufriedener leben » | Kein Kommentar

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