Acht Kostbarkeiten (8) – saubere Umwelt

kraftwerk

von Axel Speitmann

(Foto von richard.brand)

Heute der vorletzte Beitrag in der Reihe „die acht Kostbarkeiten“. In dieser Reihe schreibe ich über die Dinge, die wir im Leben umsonst bekommen, die aber von den wenigsten von uns wirklich so gewürdigt werden, wie sie es verdienen. Dazu gehört für mich auch unsere Umwelt. Eine saubere Umwelt. Das ist leider inzwischen keine Selbstverständlichkeit mehr. Und dafür ist jeder von uns mit verantwortlich. Die Menschheit richtet diesen Planeten leider Gottes mit großer Zielstrebigkeit zu Grunde.

Da ist zum einen die industrielle Produktion, die mehr und mehr Giftstoffe und Abfall produzieren, die irgendwann im Lebenskreislauf der Produkte auf der großen „Müllhalde Erde“ landen. Da sind wir mobile Menschen, die wir mit unseren Privatfahrzeugen einen Haufen Treibhausgase produzieren. Dazu gehört die Energiewirtschaft, die Geld dafür bekommt, dass sie diesen wunderbaren Planeten mit Atommüll und Abgasen aus Kohlekraftwerken verdreckt. Und da sind die vielen kleinen Dreckschweine, die an jeder Ecke etwas fallen lassen, oder ihren Hausmüll auf der Raststätte oder am Waldrand abladen, oder die Autobahnabfahrt nutzen, um das Auto vom persönlichen Müll zu säubern.

Unsere Umwelt verändert sich

Saubere Umwelt ist eine wirkliche Kostbarkeit. Das wissen wir nicht erst seit den ersten Algenplagen in der Adria, die Hunderttausenden den Urlaub versaute, weil sie nicht im Meer baden konnten. Das wissen wir nicht erst, seit aus immer mehr Regionen bedenkliche Meldungen über die Qualität des Trinkwassers kommen. Und das wissen wir nicht erst, seit die Statistiken über Umweltbelastungen und damit verbundene Erkrankungen wie Asthma oder Allergien immer bedrohlichere Ausmaße annehmen.

Saubere Umwelt kostet nichts, außer ein wenig Achtsamkeit und Verantwortungsgefühl. Wenn jeder schaut, dass er Müll vermeidet und seinen eigenen Müll auch selber ordnungsgemäß entsorgt, dann könnte dieser Plant sauber und bewohnbar bleiben. Doch leider ist genau das Gegenteil der Fall. Jeder schaut nur auf sich. Kaum jemand interessiert es, was nach ihm kommt. Vielleicht denken die, die Kinder oder Enkelkinder haben, hin und wieder daran, was in Zukunft sein wird und was für ein Leben einmal unsere Kinder leben werden und in welcher Umwelt. Doch seien wir mal ehrlich. Wer fährt deshalb auf der Autobahn konsequent langsamer? Oder gar kein Auto mehr. Wer verzichtet auf all die Annehmlichkeiten des Lebens, die halt leider auch mit Müll und Giften und Verschmutzung der Umwelt einhergehen? Die wenigsten.

Der Wert der Umwelt

Saubere Umwelt kostet nichts. Wir bekommen sie gratis. Sie ist einfach da. Und deshalb wissen wir sie auch in den seltensten Fällen wirklich zu würdigen. Saubere Umwelt ist einfach etwas, das wir erwarten. Erst, wenn unsere direkte Umwelt, quasi „unser persönlicher Vorgarten“, nicht mehr sauber ist, fällt uns dies unangenehm auf. Dann werden wir aktiv. Dann werden wir zu Umweltschützern. Dann werden wir sauer, weil jemand unsere Umwelt verschmutzt. Wenn dieser jemand aber seinen Müll jenseits unserer persönlichen Reichweite wegschmeißt, interessiert uns das herzlich wenig. Ganz im Gegenteil; wir freuen uns sogar noch, dass es den Nachbarn trifft und nicht uns.

Doch was, wenn saubere Umwelt plötzlich Geld kosten würde. Viel Geld. Unser Geld. Wären wir dann bereit, einen beachtlichen Batzen unseres hart erarbeiteten Geldes dafür herzugeben, dass wir ein Stück „heile Welt“ um uns herum erhalten können. Wenn man es genau betrachtet, tun wir es heute schon. Die Kosten für Umweltschutz steigen mit jedem Jahr an. Und die tausende von großen und kleinen Umweltkatastrophen kosten ein Vermögen. Ob es der LKW mit gefährlichen Gütern ist, der auf der Autobahn verunglückt, oder der Tanker, der auf Grund läuft, oder die wilde Mülldeponie, die die Kommune entsorgen muss. Wir zahlen überall mit. Über Steuern, über Umweltabgaben, über höhere Versicherungsprämien und über höhere Preise für Güter.

 

Umweltschutz kostet ein Vermögen

Saubere Umwelt kostet uns inzwischen ein ordentliche Stange Geld. Und dabei ist sie in manchen Regionen gar nicht mehr so sauber. Und in meinen Augen ist das erst der Anfang. Die Kosten für eine „einigermaßen saubere“ Umwelt werden noch dramatisch steigen. Global gesehen wird saubere Luft rarer werden. Sauberes Wasser ebenfalls. Das bedeutet, dass wir viel Geld für Dinge zahlen, die uns im Moment noch sehr sehr selbstverständlich erscheinen.

Sicherlich ist es so, dass jeder von uns seinen Beitrag zur Verschmutzung dieses Planeten leistet. Doch es gibt natürlich solche, die versuchen Rohstoffe zu schonen, Müll zu vermeiden und den nicht vermeidbaren Müll richtig zu entsorgen bzw. der Wiederverwertung zuzuführen. Und es gibt solche, die sich einen Dreck um das alles scheren und ihren persönlichen Komfort immer in den Vordergrund setzen.

Leider ist es so, dass die, die sorgsam mit der Umwelt umgehen, genauso zur Kasse gebeten werden, wie die, die sich wie Säue aufführen. Bei den wenigsten dieser Menschen ist es leider möglich durch Aufklärung mehr Verantwortungsgefühl und mehr Bewusstsein für die Umwelt zu erreichen. Trotzdem, so denke ich, kann man mit entsprechenden Aufklärungskampagnen noch viel erreichen. Vielen Leuten ist gar nicht bewusst, in was für eine Sackgasse wir da Laufen, wenn wir so weiter leben auf Kosten einer sauberen Umwelt.

Mehr Bewusstsein – höhere Umweltstrafen

Ich denke, wir werden daher auch nicht umhin kommen die Strafen für Umweltsünden drastisch zu erhöhen. Vor allem dann, wenn Unternehmen wissentlich in großem Stil Umweltverschmutzung betreiben, sollten die verantwortlichen Manager hart betraft werden. Doch auch die kleinen Sünden, wie die weggeworfene Kippe oder Cola-Dose sollten bestraft werden. In immer mehr Städten gibt es inzwischen entsprechende Gebührenverordnungen. Doch leider werden diese noch viel zu wenig angewandt. Natürlich ist eine Strafe immer die schlechtere Lösung. Doch wenn Menschen sich wirklich nicht darum scheren, wie es in unseren Innenstädten oder unseren Wäldern aussieht, dann muss man sie vielleicht wirklich mit diesen Maßnahmen erziehen.

Aufruf!

Ich möchte diesen Beitrag beschließen mit einem Aufruf: Jeder, der das hier liest, sollte sich überlegen, was er selber jetzt oder innerhalb der nächsten Woche in seiner persönlichen Umwelt tun kann, um diese etwas sauberer zu machen. Machen wir einen Frühjahrsputz vor der eigenen Haustür. Ihr könnt mir in den Kommentaren berichten, was ihr macht!



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6 Mai 2009 | in gesünder leben » | Kein Kommentar

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