Acht Kostbarkeiten (3) – gute Gesundheit

von Axel Speitmann

der nächste Punkt auf meiner Liste der  acht Kostbarkeiten“ über den ich heute schreibe, ist die Gesundheit. Für viele von uns ist Gesundheit etwas Selbstverständliches und wir sehen es eher als einen Streich unseres Körpers an, wenn er einmal nicht so funktioniert, wie wir es uns vorstellen. Doch was, wenn Körper oder Geist ernstlich krank werden?   Wie gehen wir damit um? Und was können wir tun, um dem so weit wie möglich vorzubeugen? In den folgenden Abschnitten möchte ich Dir zeigen, warum die Gesundheit eine Kostbarkeit ist, ein Schatz, auf den Du unbedingt besonders Acht geben musst.

Ist Gesundheit selbstverständlich?

Dumme Frage, oder? Natürlich ist Gesundheit selbstverständlich. Schließlich kommen die meisten von uns gesund auf diese Welt und bleiben für den Großteil ihres Lebens auch gesund. Die gelegentlichen kleinen Grippeattacken, die uns niederstrecken oder der Blinddarm, der irgendwann raus muss, das sind doch Sondersituation. Gesundheit ist Alltag. Für die meisten von uns. Aber eben nicht für alle. Für Millionen von Menschen mit Behinderungen oder mit chronischen, schweren Krankheiten ist es eben nicht alltäglich. Sie müssen mit ihrer Behinderung oder ihrer Krankheit leben. Müssen sie akzeptieren (oder auch nicht) und müssen ihren Alltag nach dieser Lebenssituation ausrichten. Ist Gesundheit also wirklich selbstverständlich?

Auch wenn wir uns daran gewöhnt haben, Gesundheit als etwas Alltägliches anzusehen, so ist es doch ein sehr wertvolles Gut. Das belegen nicht nur die 245 Milliarden Euro, die wir jedes Jahr für die Gesundheitskosten in Deutschland ausgeben. Das wird auch sehr deutlich, wenn wir uns Statistiken über die Entwicklung von Berufsunfähigkeit und Zivilisationskrankheiten wie Rückenleiden und Allergien anschauen. Die führen nämlich mehr und mehr dazu, dass ein immer größer werdender Teil der Bevölkerung nur noch mit Einschränkungen das Leben genießen kann. Außerdem macht sich eine chronische Krankheit auch im Geldbeutel bemerkbar. Nicht nur die Kosten für Medikamente und Anwendungen schlagen da direkt zu Buche. Sondern indirekt kann sich das auch dadurch bemerkbar machen, dass der berufliche Erfolg oder die Aussichten auf Beförderung durch Krankheiten eingeschränkt werden. Dies merkt man dann erst auf längere Sicht im Geldbeutel.

Es ist also durchaus nachweisbar, dass Gesundheit einen Wert hat, auch wenn wir ihn nur schlecht absolut in Zahlen für den Einzelnen darstellen können.

Gesundheit ist wertvoll. Doch trotzdem gehen wir meist so damit um, als wenn sie uns nicht wirklich etwas bedeutet. Wir nehmen sie als selbstverständlich hin. Wir erwarten, dass sie da ist. Und die, die etwas für ihre Gesundheit tun, wurden lange Zeit belächelt oder bedauert, weil sie verzichten oder sich zusätzliche Lasten aufbürden. Inzwischen gibt es jedoch ein zunehmendes Bewusstsein für Fitness und gesunde Ernährung. Sich fit und gesund halten, ist in Mode. Fitnesstraining als probates Mittel, um etwas für die eigene Gesundheit zu tun und gesundes Essen sind gesellschaftsfähig. Und auch hier lässt sich belegen, dass Gesundheit eine Kostbarkeit ist, denn auch für gesundes Bio-Essen und das Training im Sportstudio geben die Deutschen inzwischen hunderte von Millionen aus.

Man kann daraus ableiten, dass zumindest für einen Teil der Bevölkerung Gesundheit inzwischen einen hohen Stellenwert hat. Wie ist es aber dann zu erklären, dass immer noch über 25 Prozent der Deutschen regelmäßig raucht, obwohl die schädlichen Folgen allseits bekannt sind. Für mich war es immer wieder ein Rätsel festzustellen, dass vor allem in Berufsgruppen wie Ärzten und Krankenschwestern der Anteil der Raucher sehr hoch ist. Oder wie ist es zu erklären, dass Jugendliche, die sich unter der Woche gesundheitsbewusst ernähren und zum Sport im Fitnesscenter gehen, sich am Wochenende ins Koma saufen? Blenden wir manchmal dieses Bewusstsein darüber, dass unsere Gesundheit so wertvoll ist einfach aus? Oder kommt da wieder diese Einstellung zum Tragen, dass Gesundheit ja eigentlich etwas Selbstverständliches ist, mit dem wir rechnen können.

Ich persönlich glaube, uns fehlt einfach oft das Bewusstsein, wie wertvoll es ist, gesund zu sein. In der BBC gab es vor einiger Zeit einmal eine Doku über die Entstehung menschlichen Lebens. Wenn man sich dort anschaut, was alles schief gehen kann von der Entstehung der Eizelle über die Befruchtung, das Heranreifen des Fötus im Bauch der Mutter, bis hin zur Geburt, wird einem sehr schnell bewusst was für ein Wunder es ist, das wir als gesunder Mensch auf die Welt kommen. Wenn wir dann im Laufe unseres Lebens von größeren Behinderungen und Krankheiten verschont bleiben, sollten wir eigentlich eine tiefe Dankbarkeit dafür entwickeln, dass es uns tatsächlich so gut geht.

Ich denke, dass man sich dies immer wieder bewusst machen sollte. Gesundheit ist nichts Selbstverständliches. Am besten kann man dies, indem man sich mit Menschen beschäftigt, denen es nicht so gut geht, wie einem selbst. Kümmere dich um kranke und behinderte Menschen in deinem Umfeld. Spende für Organisationen, die diese Menschen oder den Kampf gegen ihre Krankheiten unterstützen. Helfe als Freiwilliger in einem Projekt mit, in dem Du mit kranken Menschen in Kontakt kommst. So erhältst Du ein Gefühl dafür, wie gut es Dir tatsächlich geht.

Was, wenn ich ernsthaft erkranke?

Es kann jeden treffen. Das wissen wir. Auch die, die regelmäßig Sport machen, die nur Bio oder Vegetarisch oder Vegan essen, und ebenfalls die, die nicht rauchen, nicht trinken und sich keinem zu großen Stress aussetzen. Jeder Mensch kann plötzlich an einer schweren vielleicht sogar lebensbedrohenden, unheilbaren Krankheit erkranken.

Diese Eventualität führt bei den einen dazu, dass sie noch gewissenhafter jede Möglichkeit einer Erkrankung ausschließen wollen und zusätzlich zu gesunder Ernährung noch Vitaminpräparate oder andere Mittelchen einnehmen. Da ist bei einzelnen schon ein gewisser Extremismus zu erkennen. Und bei den anderen erkennt man eine Art „Scheiß-egal“-Mentalität. Ich kann ja eh nichts dran machen. „Wenn es mich erwischen soll, dann wird es mich erwischen. Also ganz egal, was ich mache.“ Und die Dritten gehen Gott ergeben oder ihr Karma erwartend durch die Welt und schauen, was der nächste Tag bringt.

Ganz egal zu welcher Gruppe wir gehören: Es kann auch uns treffen! Dich und mich! Was machen wir dann. Dann wird uns plötzlich schmerzlich klar, dass Gesundheit kostbar ist. Dann würden wir vielleicht sonst was dafür geben sie zurück zu bekommen.

Solche Situation können Menschen ziemlich aus der Bahn werfen. Da ist es wichtig, etwas zu haben, das einem hilft den Kopf nicht sinken zu lassen. Das kann der Glaube an Gott sein, der Rückhalt in der Familie oder die Aussicht auf Heilung durch ein neues Medikament. Da können echte Freunde sehr hilfreich sein, oder der Versuch sich mit der eigenen Krankheit genauer auseinanderzusetzen, indem man sich genauestens informiert bei Ärzten oder im Internet. Für andere ist das beste Mittel sich nicht mit der Krankheit zu beschäftigen, weil sie das nur runterzieht. Sie suchen sich eine Beschäftigung, die sie so in Anspruch nimmt, dass sie darüber für eine gewisse Zeit zumindest die Krankheit und alle damit verbundenen Konsequenzen für ihr Leben vergessen können.

Ganz egal, welcher Weg für Dich der richtige ist, ich denke, es ist wichtig ein „Gefühl“ für die Krankheit zu bekommen. Ob Du sie nun akzeptierst als einen Teil deines Lebens oder ob Du sie hasst und sie bekämpfst bis aufs Blut, entwickle ein eigenes Gefühl für deine Krankheit. Kultiviere dieses Gefühl. Es ist wichtig dafür, wie Du mit deiner Krankheit umgehst. Und das Nachdenken über dieses Gefühl zu deiner Krankheit, gibt Dir vielleicht auch mehr Aufschluss über dein sonstiges Gefühlsleben, das in nicht unerheblichem Ausmaß ja auch von der Krankheit beeinflusst wird.

Ein weiterer Schritt, der in meinen Augen vielen Menschen hilft, sich über ihre Situation klarer zu werden und auch ihrer Umwelt den Umgang mit ihnen und der Krankheit erleichtert, ist darüber zu reden. Das mag manchem am Anfang schwer fallen. Aber zum einen schaffen wir uns Verbündete, wenn wir uns in dieser „Verletzlichkeit“ anderen gegenüber öffnen und dem Anderen Einblick in einen Teil unseres Seelenlebens geben. Zum anderen schaffen wir durch das Gespräch mit anderen so etwas wie Objektivität in der Betrachtung der Krankheit. Wenn nicht mehr unsere eigene Sicht der Dinge sondern auch Meinungen von anderen einfließen in das worum es sich bei all unserem Denken dreht, dann verändert sich unsere Sichtweise. Und vielleicht sieht dann schon nicht mehr alles so trostlos und grau aus. Zusätzlich erhalten wir Zuspruch und Unterstützung von denen, mit denen wir unser Schicksal im Gespräch teilen.

Einheit von Körper, Seele und Geist

Eines kommt bei unseren Anstrengungen zu einem gesunden Leben leider oft zu kurz. Die wenigsten von uns sind sich über die Verflechtung von Körper, Seele und Geist bewusst. In den meisten Fällen betreffen Maßnahmen zu einem „gesunden Leben“ nur den Körper. Seele und Geist werden in den meisten Fällen sträflich vernachlässigt. Die werden erst dann in den „Pflegeplan“ mit aufgenommen, wenn sie schon ernstlich Schaden genommen haben.

Auch hier bedarf es langfristig eines anderen Bewusstseins. Seele und Geist wollen genauso gepflegt werden wie der Körper. Alle drei sind unzertrennlich miteinander verbunden. Das bedeutet natürlich, dass wir, wenn wir den Körper „pflegen“ auch etwas für Seele und Geist tun. Aber ist es nicht vielfach so, dass wir den Körper trainieren, damit wir belastbarer werden? Damit wir zum Beispiel mehr Stress im  Beruf aushalten können? Essen wir nicht vielleicht deshalb so gesund, weil wir uns gar nicht erlauben dürfen krank zu werden?

Bei all unseren Anstrengungen für die Gesundheit sollten wir versuchen die Seele und den Geist nicht auszuschließen. Ein gutes Buch, ein Gesellschaftsspiel, ein Abend mit Freunden, eine stille Stunde der Zärtlichkeit mit dem Partner trägt genau zu einem gesunden Leben bei, wie das Bio-Essen und der Frühsport.

Seele und Geist brauchen ebenfalls Streicheleinheiten und müssen gut versorgt sein. Darum ist es wichtig, dass wir uns geistig fordern. Immer wieder. Und wir müssen darauf achten, dass wir in unserem Leben eine gesunde Balance zwischen Belastung (ich habe bewusst nicht das Wort „Stress“ verwendet) und Entspannung finden.

So schütze ich meine Gesundheit

Sicherlich könnte ich hier hunderte von guten Tipps zusammentragen, was man tun kann für eine bessere Gesundheit. Angefangen von Ernährungstipps über spezielle Sportprogramme bis hin zu Gehirnjogging und „Seelenmassagen“. Doch ich möchte mich an dieser Stelle auf drei Dinge beschränken, die ebenso selbstverständlich sind, wie die Gesundheit selber und wesentlich zu ihrem Erhalt beitragen, obwohl wir uns darüber selten Gedanken machen.

1.       Schlaf

Jeder Mensch braucht unterschiedlich viel Schlaf, um erholt in einen neuen Tag zu starten. Aber von vielen wird unterschätzt, was wir uns selber antun, wenn wir über einen längeren Zeitraum zu wenig schlafen oder dauerhaft keinen festen Schlafrhythmus finden. Unser Körper braucht die Erholung von körperlicher Anstrengung. Unser Geist braucht Erholung von der Denkarbeit des Tages und unsere Seele braucht Zeit, um all das, was wir über den Tag erlebt haben, zu verarbeiten und einzuordnen. Schlafentzug ist eines der grausamsten Foltermittel, die es gibt. Über einen gewissen Zeitraum angewandt führt er zu Erschöpfung, Desorientierung, Halluzinationen, erhöhter Anfälligkeit für Infekte oder Apathie. Wenn wir unserem Körper den notwendigen Schlaf entziehen, machen wir ihn dadurch also anfällig für Krankheiten in allen drei Bereichen unserer Gesundheit, Körper Geist und Seele.

2.      Lachen

Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben: Lachen hat nicht nur heilende Wirkung, sondern ist auch vorbeugend ein gutes Mittel um Krankheiten abzuwehren. Lachen stärkt die Immunabwehr des Körper, Lachen verringert den Wert der Stresshormone im Körper und Lachen stärkt Funktionen von Herz und Lunge. Häufiges Lachen verringert das Herzinfarktrisiko. Und Lachen ist nicht nur Ausdruck guter Laune. Das Lachen selbst macht glücklich. Menschen, die viel zu lachen haben, oder sich in Gesellschaft mit anderen vor Lachen den Bauch halten, sind glücklich. Und wie wir alle wissen: Die Glücklichen leben länger! Also lach mal wieder!

3.      Pausen vom hektischen Leben

Jeder weiß es, keiner tut es. Pausen sind häufig lästig. Während man sie in der Schule noch immer herbeigesehnt hat, sind sie später im Berufsleben ein lästiges Übel, das der Gesetzgeber vorgeschrieben hat, oder der Arbeitgeber vorgibt oder der Hunger oder die Müdigkeit einfordert. Doch Pausen sind wichtig. Ähnlich wie beim Schlaf braucht der Körper Erholungsphasen, braucht der Geist mal eine Kaffeepause zum Quatschen über die Fernsehserie vom Vorabend und braucht die Seele mal die halbe Stunde Sonnenlicht beim mittäglichen Spaziergang. Pausen sind wie das Anschließen des Akkus an die Energiequelle. Wer das unterlässt, der läuft irgendwann auf Reserve. Und wenn man dann nicht reagiert, läuft irgendwann Garnichts mehr. Lade deine Akkus regelmäßig auf – Studien haben ergeben: Sie halten dann länger!



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30 Mrz 2009 | in gesünder leben » | Kein Kommentar

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