20 Tipps für Arbeitslose – (2)

© Gerd Altmann (geralt)/ PIXELIO www.pixelio.de

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von Axel Speitmann

Im ersten Teil meiner Tipps ging es darum die Zeit der Arbeitslosigkeit sinnvoll zu nutzen. Wer jedoch eine Familie zu ernähren hat, ein Haus gebaut hat, oder von vornherein keinen allzu hohen Verdienst hatte, für den ist viel wichtiger, möglichst bald wieder einen Job zu bekommen. Kein gutes Gefühl, wenn sich die unbezahlten Rechnungen stapeln, wenn man bei der Bank kein Geld mehr bekommt, oder wenn man bei den nötigsten Dingen schon anfangen muss zu sparen.

Doch in der jetzigen Arbeitsmarktsituation ist es verdammt schwer überhaupt eine offene Stelle zu finden, geschweige denn im Bewerbungsprozess den entscheidenden Eindruck zu hinterlassen, um sich positiv aus der Masse der Bewerber abzuheben. In ungewöhnlichen Zeiten, wie dieser, gilt es daher auch mit ungewöhnlichen Maßnahmen auf sich aufmerksam zu machen.

Darum hier ein paar Tipps, um schneller einen Job zu finden:

1. Kostenlose Projektmitarbeit anbieten  -  Es ist ein simpler Marketingtrick. Man bietet jemandem ein Produkt umsonst an, macht ihm damit den Mund wässrig und kann ihn für diese oder eine andere Leistung oder Produkt als Kunden gewinnen. Für die meisten, die einmal gutes Geld verdient haben, ist es nicht mehr vorstellbar für einen potentiellen Arbeitsgeber ohne Bezahlung zu arbeiten. Aber viele Studenten gehen notgedrungen diesen Weg und bieten ihre Arbeitskraft in Praktika oder Volontariaten für einen Probezeitraum kostenlos an. Mit dem Hintergrund eventuell ein Stellenangebot von diesem Unternehmen zu erhalten, wenn sie sich bewähren. Biete Deine Leistung für einen begrenzten Zeitraum kostenlos an. Und zeige, was Du drauf hast. Du hast keine Sicherheit, dass man Dir danach eine Stelle anbietet, aber doch eine Chance.

2. Werbetrommel schlagen  -  Wir Deutschen sind „leider“ ein sehr konservativ geprägtes Volk, zumindest was die Strukturen der Arbeitswelt angeht. Da ist nicht viel Platz für kreative Freiheiten. Wenn Du Arbeit suchst, dann musst Du in der Masse der grauen Mäuse auffallen. Du bist einer von hundert, die sich um einen Job bewerben. Also mache auf dich aufmerksam! Mache Werbung für Dich! Schalte Anzeigen – nicht 0815-Anzeigen, wie es jeder tut. Lass Dir etwas Besonderes einfallen. Verhandel mit der Anzeigenabteilung der Zeitung um einen Rabatt für eine größere, auffälligere Zeitungsanzeige. Kennst Du jemanden aus Marketing oder Werbung? Frag, ob man Dich kostenlos berät eine Anzeige zu entwickeln, die seriös genug ist und trotzdem das Auge eines Personalchefs fesselt. Sei kreativ. Gibt es Aktionen in deiner Stadt, wo Du (positiv) auffallen könntest? Du brauchst Promotion, Du brauchst Schlagzeilen. Stell Dir vor, Du schaffst es durch eine Aktion in die Zeitung zu kommen. Womöglich noch mit Bild – und einem Hinweis, dass Du gerade auf Jobsuche bist. Die Aufmerksam von duzenden Personalern ist Dir gewiss.

3. Arbeitsproben erstellen  -  Es gibt Jobs, da hat man es wesentlich leichter eine Stelle zu bekommen, wenn man eine Arbeitsprobe vorzuweisen hat. Einen Nachweis für seine Fähigkeiten. Wenn Du in einem solchen Jobs arbeitest, oder arbeiten möchtest, dann erstelle vorab ein paar Arbeitsproben. Mach Fotos oder Kopien davon je nachdem, um was es sich handelt und füge diese deine Bewerbungen bei. Oder klemm sie dir unter den Arm und fahr einfach hin zu dem Unternehmen, für das Du arbeiten willst. Und nimm sie mit zu Bewerbungsgesprächen.

4. Unternehmensführung mitmachen  -  Eine gute Möglichkeit, um ein Unternehmen kennenzulernen sind Unternehmensführungen oder Tage der offenen Tür. Viele größere aber auch manche mittelständische Unternehmen bieten dies an. Frage einfach nach, ob Du Dich vielleicht einer Gruppe anschließen kannst. Und wenn ein Unternehmen diese Möglichkeiten nicht anbietet, sei so unverfroren und ruf den Vertriebsleiter oder den Produktionsleiter an und bekunde Interesse an eine Führung. Vielleicht ergibt sich trotzdem eine Möglichkeit. Und vor allem: Du hast die Chance Kontakte zu knüpfen. Vielleicht nur zum Pförtner, vielleicht aber auch zu deinem nächsten Vorgesetzten!

5. Teste ungewöhnliche Bewerbungsformen  -  Ein Bewerbungsschreiben an eine Glaserei um einen Ziegelstein gewickelt mit einem flotten Spruch „Ich sorge für ihren Umsatz“ sorgt zumindest für Aufsehen. Ob auch die Stelle darauf folgt, muss sich zeigen. Denke Dir neue, ungewöhnliche Wege der Bewerbung aus. Da es zur Zeit immer weniger Stellen gibt, steigt die Zahl der Bewerbungen pro Stelle ganze enorm. Wenn Du in dem Berg von Bewerbungsmappen auffallen willst, wenn Dein Gesicht in Erinnerung bleiben soll, wenn Du einer von denen sein willst, Die zum Bewerbungsgespräch eingeladen werden, dann musst Du auffallen. Aber Vorsicht, Du musst positiv auffallen!

 

6. In anderen Kreisen verkehren  -  Wir leben alle in unserer eigenen Welt mit den meist gleichen Bekannten und Freunden. Um einen neuen Job zu finden, bedarf es aber vielleicht neuer Kontakte und Bekannter. Daher solltest Du dir überlegen, wie und wo Du neue Kontakte kennenlernen kannst. Vorzugsweise nicht in der nächsten Eckkneipe. Schau in die Zeitung. Da werden jede Menge Veranstaltungen bekanntgemacht. Gehe zu Vorträgen, zu Tagen der offenen Tür, zu Lesungen, zu Visitenkartenpartys. Nimm  an Kursen der Volkshochschule teil, engagiere Dich in einer politischen Partei. Und gehe offen auf die Menschen zu. Fall nicht mit der Tür ins Haus, nach dem Motto: „Hey ich bin Arbeitslos, haben sie ne Stelle für mich!“ Aber rede offen über deine Situation, verheimliche nicht, dass Du eine neue Stelle suchst. Nur wenn die Menschen wissen, dass Du auf Arbeitssuche bist, können sie Dir helfen, wenn sie die Möglichkeit dazu haben. Keine falsche Scham also. Und je mehr Menschen Du kennenlernst, umso größer ist die Chance, dass einer davon deinen zukünftigen Arbeitsgeber kennt.

7. Hartnäckig sein  -  Eine Absage ist keine Absage! Zumindest dann nicht, wenn Du unbedingt für ein bestimmtes Unternehmen arbeiten willst oder einen bestimmten Job haben willst. Personalleiter werden zu selten wirklich überrascht. Und wohl am wenigsten von denen, denen sie eine Absage zusenden. Du willst den Job immer noch? Dann sei wie ein kleines Kind, das mit dem Fuß aufstampft: „Ich will aber!“ Erhältst Du eine Absage, rufe an und frage nach, ob gerade ein ähnlicher Job vakant ist. Wenn nicht, bringe Dich nach vier bis acht Wochen in Erinnerung durch einen kurzen Brief, eine eMail oder einen Anruf. Bringe zum Ausdruck, dass Du unbedingt für dieses Unternehmen arbeiten willst. Beharrlichkeit kann nicht immer Erfolg haben. Aber vielleicht ist der Job in 2-3 Monaten schon wieder vakant, weil man sich für den Falschen entschieden hat. Rate mal, an wen man sich dann erinnert.

8. Alternativen suchen -  Dieser Tipp ist genau das Gegenteil vom vorhergehenden. Mach Deine Filter für die Jobsuche durchlässiger. Überlege Dir welche Parameter Du bei deiner Suche verändern kannst, und welche heilig und unveränderlich sind. Schon mal darüber nachgedacht mit dem Zug zur Arbeit zu fahren, anstatt mit dem Auto? Schon mal darüber nachgedacht umzuziehen? Oder auszuwandern? Schon mal darüber nachgedacht einen ganz anderen Job zu machen? Schon darüber nachgedacht nur noch Teilzeit zu arbeiten? Schon mal darüber nachgedacht weniger zu verdienen und dadurch auch weniger Stress zu haben? Schon mal darüber nachgedacht Hausmann  zu werden und die Frau arbeiten gehen zu lassen? Schon mal darüber nachgedacht…. Denk mal drüber nach!

9. Private Visitenkarten  -  Man sagt, was zählt, ist der erste Eindruck. Aber hilft das, wenn wir einen guten Eindruck bei jemandem hinterlassen und der ein schlechtes Gedächtnis hat. Damit uns jemand in Erinnerung behält, ist es sinnvoll, dass es etwas gibt, das ihn an uns erinnert. Lass Dir Visitenkarten drucken. Schrill oder schlicht, ganz nach Wunsch (und Berufswunsch). Ein gutes Gespräch, ein Tipp, ein freundliches Lächeln, ein gemeinsames Erlebnis -und der Hinweis, dass Du auf Arbeitssuche bist. Schade, wenn dein Gegenüber sich später an Dich erinnert, aber keine Kontaktdaten von Dir hat. Mach Dich erreichbar!

10. Positiv denken  -  Mag abgedroschen klingen, ist aber mein wichtigster Tipp. Lass den Kopf nicht hängen. Arbeitssuche ist nervig, ist aufreibend, ist oft frustrierend und manchmal recht langwierig. Du darfst Dich nicht unterkriegen lassen. Nicht tief innen in Dir drin und auch nicht in dem Bild, das Du nach außen widerspiegelst. Denke positiv, rede positiv, wirke positiv, sei positiv. Niemand kann einen Griesgram gebrauchen. Weder privat noch im Arbeitsleben. Niemand braucht einen Loser. Niemand braucht einen vor Selbstmitleid zerfließenden Menschen, der sich aufgegeben hat. Da draußen gibt es immer noch Jobs zu vergeben. Einer davon ist Deiner! Hol ihn  Dir!



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1 Jun 2009 | in erfolgreicher leben » | Kein Kommentar

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