10 Tipps um im Rhythmus zu bleiben

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von Axel Speitmann

In meinem letzten Blogbeitrag habe ich darüber geschrieben, was es bedeutet, wenn der Rhythmus deines Lebens nicht synchron läuft mit dem Takt des wirklichen Lebens. Solche „Rhythmusstörungen“ haben zur Folge, dass Menschen mit ihrem Leben zunehmend unzufrieden werden und immer weniger in der Lage sind, ihre täglich anfallenden Aufgaben zu erledigen. Im heutigen Beitrag möchte ich ein paar Tipps geben, wie man es schafft im Rhythmus zu bleiben.

Wer schon einmal die Wettkämpfer der Ruderer beobachtet hat, bei denen der Steuermann in gleichmäßigem Rhythmus Kommandos gibt, der kann sich vorstellen, was passiert, wenn jeder der Ruderer so agieren würde, wie er es für richtig hält. Richtig, das Boot würde sich kaum von der Stelle bewegen oder im Kreis fahren. So ist es auch in unserem Leben, wenn wir nicht den richtigen Rhythmus haben, bewegen wir uns entweder auf der Stelle oder im Kreis, aber wir kommen nicht wirklich voran. Erst wenn wir den richtigen Rhythmus finden, kommen wir weiter und haben das Gefühl, dass sich etwas bewegt.

Für alle, die die Grenze zum Burnout noch nicht überschritten haben, können die folgenden Schritte vielleicht eine kleine Hilfe sein. Was mir wichtig dabei ist: Personen, die schon ernsthaft an einem Burnout oder einem Boreout erkrankt sind, sollten professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Die untenstehenden Tipps können helfen diesen Symptomen vorzubeugen. Sie reichen jedoch nicht aus, um eine ernsthafte Erkrankung zu überwinden. Die Grenzen zwischen einer Überbelastung und einer ernsten Erkrankung sind fließend. Daher sollte jeder ernsthaft prüfen, ob diese Schritte ausreichend sein können, sein Leben wieder lebenswert zu machen und vor allem, ob er alleine dazu in der Lage ist. Im Zweifelsfall ist es immer besser mit einem Arzt darüber zu sprechen und mit Hilfe geschulter Experten eine gezielte Behandlung durchzuführen.

1.      Rhythmuswechsel

Da Rhythmus nicht nur etwas mit Bewegung zu tun hat, sondern in der Musik eine große Rolle spielt, möchte ich diesen Punkt mit Bildern aus der Welt der Musik beschreiben. Jeder, der etwas von Musik kennt, weiß dass unterschiedlicher Rhythmus ein Stück mehr oder weniger interessant klingen lässt. Auch ein Rhythmuswechsel von schnell zu langsam oder von langsam zu schnell, lässt den Hörer eines Musikstückes im wahrsten Sinne des Wortes aufhorchen.

Mit einem Rhythmuswechsel erreicht man, dass ein Stück nicht langweilig wird. Ein Rhythmuswechsel lässt den schläfrigen Zuhörer wieder aufrecht im Sessel sitzen. Genauso ist es mit dem Rhythmus deines täglichen Lebens. Eintönigkeit ist nervtötend und macht das Leben langweilig. Nur wer es schafft in seinem Leben einen gesunden Wechsel zwischen schnell und langsam, zwischen Anspannung und Entspannung zu erreichen, kann sich davor schützen, dass sein Leben langweilig und eintönig wird.

Und auch ein Leben auf der Überholspur braucht hin und wieder einen Rhythmuswechsel. Wer immer nur Vollgas gibt und keinen Unterschied kennt zwischen Arbeitszeit und Freizeit, der ist irgendwann ausgebrannt. Deshalb ist es wichtig, dass Menschen, die stressige, nervenaufreibende Jobs haben, genügend Phasen in ihr Leben integrieren, in denen sie aus dem alltäglichen Stress ausbrechen und einmal einen anderen, entspannteren Takt erleben. Das muss nicht immer mit einem Urlaub verbunden sein. Da reichen schon ein oder zwei Tage am Wochenende. Und auch die kleinen Rhythmuswechsel während des Tages können Entspannung bringen. So zum Beispiel eine kleine, zehn-minütige Entspannungsübung am Morgen oder eine Stunde Auszeit am Mittag, um zum Friseur zu gehen. Oder eine halbe Stunde bei einem Feierabendbier mit den Kollegen.

2.     Urlaub

Wir haben in Deutschland das Privileg, dass wir im Vergleich zu den Menschen in anderen Ländern verhältnismäßig viel Urlaub haben. Doch hat es sich bei vielen eingebürgert nicht den gesamten Jahresurlaub zu nehmen und über Jahre einen Berg an alten Urlaubstagen vor sich her zu schieben oder auszahlen zu lassen.

Solange die Arbeit Spaß macht und wir uns dadurch nicht mehr gestresst fühlen, ist nichts dagegen zu sagen. Wenn aber Körper und Geist darunter leiden schon. Viele Mitarbeiter nehmen ihren Urlaub nicht, weil sie sich für unverzichtbar halten. Andere nehmen ihn nicht, weil man von ihnen erwartet, dass sie möglichst immer da sind. Und wieder andere haben einfach Angst um ihren Job. Doch keinen Urlaub zu machen beraubt uns der Möglichkeit uns zu regenerieren.

Urlaub ist die beste Möglichkeit den oben angesprochenen Rhythmuswechsel für einen längeren Zeitraum bewusst herbeizuführen. Ganz egal, ob man dabei wegfährt, oder daheim auf dem Balkon Urlaub macht. Urlaub ist die Zeit, in der wir alles in unserem Leben neu und anders sortieren können. Das sollten wir nutzen, damit wir danach wieder den „alltäglichen Trott ertragen“.

3.     Ausgleich schaffen

Wer körperlich hart arbeitet, der braucht als Ausgleich Ruhe. Wer den ganzen Tag auf dem Bürostuhl sitzt, der braucht dringend Bewegung. Körper und Geist brauchen Abwechslung. Wenn wir immer nur Gas geben, geht irgendwann der Brennstoff aus. Körper und Geist brauchen Zeiten des Ausgleichs. Zeiten in denen wir aus unserem täglichen Trott herauskatapultiert werden und etwas anderes machen. Das muss nicht immer etwas Anspruchsvolles sein. Aber es sollte etwas sein, das unser Leben weniger eintönig macht. Dabei ist „weniger eintönig“ in dem Sinne gemeint, dass wir nicht immer das Selbe machen. Ein vierzehn Stunden Arbeitstag muss nicht eintönig sein. Aber, wenn Du in der Freizeit weiter powerst ist das eintönig. Schaffe also einen Ausgleich, indem Du etwas anderes tust, als Du sonst die meiste Zeit tust.

4.     Menschen

Menschen sind ein hervorragendes Mittel, um im Takt zu bleiben. Zum einen sorgen sie permanent dafür, dass wir unseren eigenen Rhythmus kontrollieren und gegebenenfalls anpassen müssen, wenn wir mit ihnen zusammen sind. Da wir im Zusammenleben sowohl im Privaten wie auch im Arbeitsleben darauf angewiesen sind mit anderen zu kommunizieren und zu interagieren, müssen wir uns permanent flexibel zeigen. Während dies auf der einen Seite natürlich auch zu Stress führen kann, ist es auf der anderen Seite ein perfektes Mittel den Rhythmuswechsel quasi immer wieder aufs Neue zu proben.

Vor allem ist der Kontakt zu Menschen während unserer Freizeit, also mit Freunden und Familie sehr wichtig, um im Takt zu bleiben. Denn diese Menschen schaffen den nötigen Ausgleich unserer Taktung im Vergleich zur Arbeitswelt. Für Hausfrauen oder andere Menschen, die überwiegend daheim arbeiten ist es dagegen wichtig raus zu gehen und Menschen in einem anderen Umfeld zu treffen.

Alle Menschen haben ihren eigenen Rhythmus. Wenn wir wirklich mal aus dem Takt geraten sind, dann können wir uns an Anderen orientieren. Nicht um deren Rhythmus zu übernehmen, sondern um unseren eigenen wieder zu finden, während wir wie der Marathonläufer eine Zeitlang neben einem anderen Läufer herlaufen.

5.     Körperliche Bewegung

Sich körperlich zu bewegen ist eine perfekte Gelegenheit, um Rhythmus zu trainieren. Es spielt keine Rolle, ob Du joggst, schwimmst, wanderst oder Rad fährst. Jede Form der Bewegung schult dein Rhythmusempfinden und hilft deinem Körper und deinem Geist das Leben in einer Geschwindigkeit zu erleben, die angemessen ist. Die Tatsache, dass alles um uns herum immer schneller wird, hat uns das Empfinden für Geschwindigkeit geraubt. Seit wir nicht mehr zu Fuß oder mit der Postkutsche reisen, fehlt uns der Bezug zur eigenen Geschwindigkeit. Je schneller wir reisen, um so mehr bringen wir unseren Körper und Geist aus dem Gleichgewicht.

Um dem entgegenzuwirken müssen wir wieder lernen uns in „Echtzeit“ fortzubewegen. Damit reduzieren wir die Reizflut, die auf uns einwirkt und können zusätzlich noch etwas für die Gesundheit tun. Wer sich viel bewegt, erlangt automatisch einen gesunden Rhythmus, der synchron mit dem wirklichen Leben ist.

6.     Musik

Musik ist ein Schlüssel zu unserer Seele sagt man. Musik kann tiefe Empfindungen in uns hervorrufen. Musik kann gute Laune machen. Oder traurig machen. Musik ist immer mit Rhythmus verbunden. Daher kann Musik uns helfen den richtigen Rhythmus zu finden.

Mit Musik geht vieles leichter. Mit Rhythmus auch.

 

7.     Nicht verbiegen

Verbiege Dich nicht um deinen eigenen Ansprüchen oder den Ansprüchen anderer gerecht zu werden. Wer dauerhaft Kompromisse macht, beziehungsweise immer wieder den Kopf einzieht, nur um nicht anzuecken und es allen recht zu machen, der verbiegt sich auf Dauer. Wer sich verbiegt, der bekommt nicht nur einen krummen Körper, sondern auch eine krumme Seele. Mit einem krummen Körper und einer krummen Seele bist Du nicht mehr in der Lage den Tanz des Lebens im richtigen Takt zu tanzen. Deshalb überlege Dir sehr gut bei allen Dingen, „die Du für andere tust“, ob DU dich dabei nicht zu sehr verbiegst. Auch für die Karriere solltest Du nicht riskieren, dass Du für den Rest deines Lebens als seelischer Krüppel durchs Leben humpelst.

8.    Maximaldenken beenden

Noch einmal ein ähnliches Thema. Wer immer nur der Beste, der Schönste, der Reichste, der Schnellste sein will, der kann irgendwann einmal ganz kräftig aus dem Takt kommen. Nämlich dann, wenn eben mal nicht alles so läuft, wie er es sich vorstellt. Deshalb solltest Du dich vom Denken in Superlativen verabschieden. Du must nicht immer der Beste, der Schnellste und der Reichste werden, um ein glückliches Leben zu führen. Wer nicht Gefahr laufen will für den Traum von der Top-Karriere ganz kräftig auf die Nase zu fallen, wenn mal etwas in den Weg kommt, der sollte darauf gefasst sein auch mal Umwege zu gehen.

9.     Review

Von Zeit zu Zeit solltest Du Dir die Zeit nehmen und einmal zurückschauen. Was lief gut in deinem Leben und was ist aus dem Ruder gelaufen. Mache einmal im Jahr eine Bestandsaufnahme. Lege einen Termin in deinem Terminkalender fest. So wie Unternehmen Inventur ihrer Güter machen müssen, solltest Du eine Inventur deines aktuellen Lebens in regelmäßigen Abständen machen. So kannst sehr schnell Du feststellen, wo etwas fehlt, das eigentlich in ein erfülltes Leben gehört und wo Du zuviel von irgendetwas hast, dass als unnötiger Ballast deinen Lebensrhythmus stört.

10. Auf den Bauch hören

Der letzte Tipp: Höre auf Deinen Bauch! Wie ich schon im Artikel über das Leben im falschen Rhythmus geschrieben habe: Wir wissen, was falsch läuft in unserem Leben. Unser Körper und Geist sind so sensibel eingestellt, dass sie sofort Warnsignale aussenden, wenn etwas aus dem Ruder läuft. Es gilt lediglich diese Warnhinweise auch zu beachten und sie nicht zu ignorieren.



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4 Mai 2009 | in gesünder leben » | Kein Kommentar

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